Flip-Flop-Methode

Dass die meisten Menschen Negatives schneller erkennen als Positives, ist kein Geheimnis. Das wird auch in nachfolgendem Video deutlich.

Ich möchte nicht auf Schönheit und das eigene Selbstbild von Menschen eingehen, sondern darauf, dass es Menschen deutlich leichter fällt, Negatives auszumachen. Positives zu bemerken erfordert mehr Anstrengung, würde das Leben aber oftmals leichter machen.

Die Tatsache, Negatives leichter zu erkennen, kann man sich allerdings mit der Flip-Flop-Methode zunutze machen. Diese Methode ist eine Kreativitätstechnik, die das Schwarzsehen der Menschen produktiv nutzt. Im Grunde ist diese Methode dasselbe wie Brainstorming, nur umgekehrt.

Während man sich beim Brainstorming fragt „was kann ich tun, um mein Leben besser zu machen?“, kehrt die Flip-Flop-Methode die Frage ins Gegenteil um („was kann ich tun, um mein Leben schlechter zu machen?“). Verschiedene Studien zeigen, dass bei der letzten Frage deutlich mehr Antworten gegeben werden als beim klassischen Brainstorming.

Auch Firmen nutzen diese Kreativitätsmethode und erhalten oftmals mehr Lösungsansätze als beim Brainstorming. Wenn eine Firma wissen möchte, was sie tun kann, um Kunden stärker ans Unternehmen zu binden, suchen sie Antworten auf die Frage, was sie tun können, um Kunden vom Unternehmen fernzuhalten. Diese Antworten werden dann analysiert und sich im Positiven zunutze gemacht. Wenn man weiß, was eine Verschlechterung herbeiführt, lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie etwas besser gemacht werden kann. Dadurch lassen sich dann Strategien für das künftige Handeln ableiten. Möglicherweise käme man auch durch das klassische Brainstorming auf diese positiven Rückschlüsse und entsprechende Strategien. Zum einen erfordert dies aber mehr Zeit und Anstrengung und zum anderen haben Experimente gezeigt, dass die Flip-Flop-Methode quantitativ mehr Ergebnisse liefert und qualitativ nicht unterlegen ist.

Obwohl die Methode vorrangig im wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich genutzt wird, kann man sie auch für sich selbst und einzelne Bereiche seines Lebens nutzen. Was kann ich tun, um schlechter in der Schule/im Studium/auf der Arbeit zu werden? Was kann ich tun, um ein schlechtes Verhältnis zu meinen Freunden/Eltern/Kollegen zu haben? Was kann ich tun, um meine Beziehung zu ruinieren? Was kann ich tun, um mein Wohlbefinden zu senken? Was kann ich tun, um mein Kind schlecht zu erziehen? Sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und Antworten darauf zu sammeln, mag zwar negativ erscheinen, führt aber letztlich zu größerer Produktivität und mehr Antworten auf die Frage, was man tun kann, um etwas besser zu machen. Sich Negatives zunutze zu machen, um Vieles positiver zu gestalten, ist definitiv einen Versuch wert.

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2 Gedanken zu “Flip-Flop-Methode

  1. Hat dies auf Cantica & Synopsis rebloggt und kommentierte:
    Hat meiner Meinung nach den Vorteil, das man Negatives in positive Sätze umformulieren kann. NLP geht ja von der Annahme aus, sofern ich es richtig deute, das eine gescheite positive Formulierung (oder auch Umformulierung) das Unterbewusstsein nachweislich in eine positive Richtung lenkt und agieren lässt. Was sich prima mit den Ansätzen ergänzt, die ich gegenüber dem Leben habe.

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