Ich wünschte, ich hätte..

Was muss man getan haben, bevor man stirbt? Was willst du getan haben, bevor du stirbst? Einen Bungee-Sprung? Einen Tiger streicheln? Eine Rucksacktour? Ein Tattoo? Eine Tortenschlacht? Eine Hochzeit in Las Vegas? Es gibt zahlreiche Bücher und Filme über Löffellisten, vielleicht hat man sogar selbst mal eine gemacht. Ganz sicher hat man aber schon mal darüber philosophiert, was man getan haben sollte, bevor man den Löffel abgibt.

Bronnie Ware hat jahrelang als Palliativkrankenschwester gearbeitet und fünf Dinge aufgeschrieben, die sterbende Menschen in ihrem Leben bereut haben. Das, was die Menschen bedauerten, ist nicht etwa das, was so gerne seinen Platz auf Löffellisten findet. Es geht viel tiefer.

1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein Leben nach meinen Vorstellungen zu leben, und nicht nach den Vorstellungen anderer.
2. Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet.
3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.
4. Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gepflegt.
5. Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.

Vielleicht kann man ihre Wünsche so zusammenfassen: ich wünschte, ich hätte mein Leben intensiver und nach meinen Wünschen gelebt. Dafür braucht es nicht den Adrenalinkick eines Bungee-Sprungs und einzigartige Erfahrungen, die man nur mit wenigen Menschen teilt. Dafür muss man keinen Tiger gestreichelt haben und mit dem Rucksack durch Kambodscha gewandert sein. Lebenswert wird das Leben nicht durch das Abhaken gängiger Löffellisten, lebenswert wird es durch jeden selbst und seinen Mut, sein Leben zu leben und ihm die Qualität zu geben, die man sich dafür wünscht. Aus einem „ich wünschte, ich hätte“ kann heute noch ein „ich werde“ werden. Morgen vielleicht nicht mehr.

Advertisements

12 Gedanken zu “Ich wünschte, ich hätte..

  1. Wunderbarer Aufruf. Wer weiß, wann es vorbei ist und da kann man 100 Mal hören „Ach, du bist noch so jung.“ Die Jugend schützt vor’m Sterben nicht und wer weiß, was man dann alles bemängelt. Also jetzt leben, genau so wie man will!

    Gefällt mir

  2. Oh ja, das ist auch das, woran ich immer noch arbeite, und immer wieder auch scheitere: Daß ich ganz Ich selbst bin, daß ich mein Ich auslebe, daß ich nicht das tue, was andere von mir erwarten, daß ich den Mut habe, zu mir zu stehen, so wie ich bin. Daß ich mein Leben lebe, so gut ich es irgendwie hinbekomme, und nicht das Leben, das andere sich für mich ausdenken.
    Ganz liebe Grüße!
    Linda

    Gefällt mir

  3. Au man, wie wahr. Warum können wir nicht einfach so leben, wie wir es gerne möchten und nicht so, wie es andere für richtig halten. Toller Eintrag :)

    Gefällt mir

  4. Mein Opa sagte, am Ende des Lebens zählt das, was man erlebt hat – nicht das, was man gekauft hat. Viele Menschen machen sich als Ziel das halbe Leben Kredite für Häuser und Autos abzubezahlen, stattdessen könnten sie frei sein und ihr Leben genießen. Das Geld wäre in Reisen besser investiert, denn man sammelt unvergessliche Eindrücke und viele Erfahrungen, aus den man im Alter lebt.

    Gefällt mir

    1. Ich habe mittlerweile auch aufgehört, mein Geld panisch beisammen zu halten. Was habe ich von einem gefüllten Konto, wenn ich irgendwann nicht mehr lebe und vorher nicht gelebt habe? Ich achte zwar auf eine passable Rücklage, aber nicht mehr darauf, dass es sich strikt und konsequent vermehrt. Man hat mehr von Geld, wenn man es ausgibt :)

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s