Schicksalsmarketing

Ich bin eine Naschkatze. Für Süßigkeiten würde ich töten viel tun. Insbesondere für Kinderriegel und Schokolade im Allgemeinen. Wäre ich Wissenschaftsministerin, würde ich augenblicklich dafür sorgen, dass alle mir zur Verfügung stehenden Gelder in die Forschung von kalorienarmer Schokolade investiert werden würden. Hätte ich noch mehr zu sagen, würde ich dafür sorgen, dass die widerliche Schokolade von Osterhasen und Weihnachtsmännern verboten werden würde. Nicht jede Schokolade ist gute Schokolade. Und nicht jede Süßigkeit eine gute Süßigkeit. Aber Kinderriegel – keine Frage – sind gute Süßigkeiten, außerordentlich gute Süßigkeiten. Genauso wie Pick Up, meine zweite Leidenschaft. Eis esse ich übrigens auch gerne. Wusstet ihr, dass es Kinderriegeleis gibt?! Und Kinderriegeltorte? Genial, Freunde, genial. Aber Kreationen mit Pick Up? Nie gehört. Bis letzte Woche!

Letzte Woche schlenderte ich mit dem Liebsten durch die Stadt, als eine Litfaßsäule meine Aufmerksamkeit mehr erregte als der schöne Mann neben mir. Da war doch tatsächlich ein Bild von – haltet euch ganz doll fest! – McFlurry Pick Up zu sehen! Ich liebe McFlurry-Eis! Ich liebe Pick Up! Und beides in Kombination – wenn das nicht sensationell ist! Sofort war klar: Ich muss zu McDonalds..

„Geil, Pick Up-Eis! Wir müssen zu McDonalds! Dringend!“, informierte ich den Liebsten, der das Plakat nicht mal halb so euphorisch begutachtet hat wie ich. Nicht mal ein Viertel so euphorisch. Oder ein Achtel. Viel weniger. Viel zu wenig. Das war schon fast kränkend.

Ich weiß nicht mehr, ob er die Augen verdrehte oder lachte. Jedenfalls sagte er mir, ich sei ein Marketingopfer.

Na und?! Es geht um Pick Up Eis!

Auf dem Rückweg kamen wir wieder an der Litfaßsäule vorbei.

„Wir müssen zu McDonalds! Ich muss das Eis essen!“

„Marketingopfer!“

Der Liebste zeigte sich noch immer völlig unbeeindruckt. Ich war schon fast ein bisschen beleidigt darüber, dass er meine Freude über diese wahnsinnig glückliche Überraschung in meinem Leben nur so geringfügig mit mir teilte.

Das Pick Up Eis war zwar noch nicht vergessen, aber schon etwas ins Hinterstübchen gerutscht, als ich gestern meine Prospekte-App öffnete. Und was sah ich dort? Gutscheine von McDonalds! Und was sah ich da genau? Gutscheine für Pick Up Eis! Zwei Stück! Für 3,70 Euro! Sofort screenshottete ich dieses Angebot und schickte es dem Liebsten mit folgenden Worten:

„Plötzlich tauchte es auf meinem Handy auf… wir müssen dahin! Das ist kein Marketing mehr…. Das ist schon Schicksal! Sogar in Choco Pick Up… das ist ein Traum! Das Paradies auf Erden! Da kann keiner Nein sagen!“

Dachte ich jedenfalls.

„Doch :D Ich!“, war nämlich seine Antwort.

Eine harte Beziehungsprobe…

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14 Gedanken zu “Schicksalsmarketing

  1. Ich bin zwar nicht ganz so euphorisiert worden wie du, aber den Grundgedanken „muss ich hin“, habe ich auch gehabt. Auch noch nicht umgesetzt bis jetzt. McDonald’s wird mit zwei Kindern immer so teuer …

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  2. Haha, ich kenn das zu gut … und mein Göttergatte reagiert meist genauso tiefenbeeindruckt wie dein Liebster :) uuund: ich will auch Pick Up Eis! Mal sehen, wanns bei uns in Ösiland ankommt! Wenn du deins genossen hast, gib denen doch gleich mal den Tipp für einen „Kinderriegel Mc Flurry“ … *schmacht*

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  3. Oh. Oh je. Oh Mann. Ehrlich, ich weiß nicht, ob ich Dir raten soll, ihm noch eine Chance zu geben. Verflixt, das könnte echt das Ende Eurer Beziehung sein!
    Mein Mann hat sich hinsichtlich meiner Essgelüste längst zum Co-Abhängigen gemausert, der mir auch zu später Stunde noch Burger holt oder Hackbällchen brät. ;-)
    Bei Thema Schokolade kamen wir uns neulich allerdings auch ins Gehege! Hintergrund: Ich wollte dann doch mal wieder weiter abnehmen. Und bat den Mann, mir Schoki vom Einkauf mitzubringen. klarer Fall, oder?
    Und was macht er? WAS MACHT ER???
    Kauft Kinder Bueno, Milky Way Crispy Rolls und Kinderriegel.
    Ich (völlig entsetzt): „Schatz, was soll denn das???“
    Er: „Wieso? Ich dachte, das ißt Du alles so gerne????“
    Ich (heul): „Das ist es ja, Du Nase, ich will doch abnehmen!!!!“
    -> Habe manchmal das dezente Gefühl, dass er mich nicht versteht. ;-)

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    1. Das wäre mit meinem nicht passiert. :D

      Der sagte kürzlich ungefähr Folgendes zu mir: „Ich war bei Netto und habe nach Kinderriegeln geguckt, weil du die ja so gern magst! Sie waren mir aber zu teuer.“ (Ich hab mir ganz viel Mühe gegeben, das unter ‚der Wille zählt‘ zu verbuchen.)

      Mit ihm kann man prima Diät halten…. :D

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  4. Irgendwie köstlich zu lesen, wie Frauen und Männer (nicht) miteinander reden :P
    Yuki: Magst du auch ein Eis?
    Ich: Klar.
    Easy, isn’t it?
    (Wir „streiten“ dann nur, wer es holt)

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