Zwischen Hoffen und Bangen

Mein Termin beim Rheumatologen ist zwar schon gut drei Wochen her, endgültige Ergebnisse und damit Gewissheit gab es allerdings erst diese Woche.

Um es kurz zu machen: Der Rheumatologe bestätigte die Diagnose „Rheuma“ nach seiner Untersuchung nicht. Aber er schloss sie auch nicht aus. Falls er falsch liegen sollte und es sich doch um eine rheumatische Erkrankung handelt, würde es zum aktuellen Zeitpunkt keine Therapie geben, dafür wäre die Erkrankung zu schwach (wenn der wüsste, was das für Schmerzen sind…). Er vermutete allerdings, dass die Schübe ein Symptom meiner bereits bestehenden Autoimmunerkrankung Hashimoto sind. Endgültige Gewissheit würden allerdings nur die Blutergebnisse liefern. Das bedeutete: zwei Wochen zwischen Hoffen und Bangen.

Innerhalb dieser zwei Wochen habe ich nichts vom Rheumatologen gehört – ein gutes Zeichen, denn sie sagten, sie würden sich melden, wenn sie etwas finden. Dennoch ließ ich mir zur Besprechung der Blutergebnisse einen Termin bei meinem Hausarzt geben, das hatte ich mit ihm so abgesprochen.

Dienstagmorgen las er mir den Befund vom Rheumatologen vor. Um es auch hier kurz zu machen: Rheuma ist nach wie vor nicht klassisch bestätigt oder ausgeschlossen. Allerdings bildet sich eine rheumatische Erkrankung aus, die im Anfangsstadium ist. Eine Therapie wird (noch) nicht in Angriff genommen, dafür ist die Krankheit bislang nicht ausreichend fortgeschritten (wenn der wüsste, was das für Schmerzen sind…). „So blöd es klingt“, sagte der Arzt, „aber wir müssen jetzt darauf warten, dass die Erkrankung fortschreitet und schlimmer wird.“

Ich war nach dem Termin nicht geknickt. Ob das Kind nun Rheuma oder Hashimoto heißt, ist egal, die Symptome sind da. Ich habe den ersten Schock von Anfang November inzwischen recht gut verdaut. Nur manchmal, da ist es noch schwer. Nämlich dann, wenn ich mich frage, ob es jemals wieder einen Tag geben wird, an dem ich ohne Schmerzen aufwache. Finger, Ellbogen, Nacken, Füße, Knie.. Vielleicht wird es schlimmer, vielleicht nicht. Ich versuche, nicht zu hoffen, nicht zu bangen, aber auch nicht zu vergessen und zu verdrängen. Ich versuche, zu leben. Glücklich.

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4 Gedanken zu “Zwischen Hoffen und Bangen

  1. Oh Mann, ist das blöd, das tut mir Leid für dich. Gibt es zumindest irgendetwas, was man einigermaßen gegen die Schmerzen tun kann (außer Tabletten^^)?

    Ich wünsche dir das Beste! Und vor allem weniger Schmerzen ._.

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