Da bin ich wieder! Inklusive Appetithäppchen (und glücklicherweise ohne Adele)!

Ich bin zurück vom Wien-Prag-Trip! Es war wirklich wundervoll (und deutlich wärmer, ich will zurück!). Der Plan war, heute schonmal einen Teil des Reiseberichts zu veröffentlichen. Nun sitze ich allerdings hier und muss feststellen Oh, Mist, das Format, in dem der Liebse geknipst hat, lässt sich auf meinem Rechner nicht öffnen. Tja, das ist jetzt doof. Es gibt nämlich einige Dinge zu erzählen – und viele schöne Fotos. Sogar von mir! Ein wahrlicher Meisterfotograf, mein Liebster!

Alles, was ich euch fototechnisch halbwegs zufriedenstellend zu diesem Zeitpunkt erzählen kann, ist unser Besuch im Wiener Madame Tussauds. Am ersten Tag in Wien hatten wir schönstes Sonnenwetter, sodass wir entschieden, den Prater zu erkunden. Da wir stolze Besitzer dieser scheiß teuren der Vienna Card waren, hatten wir freien Eintritt zum Madame Tussauds. Das wollte ich definitiv nicht ungenutzt lassen – zumal ich noch nie in einem Madame Tussauds war. Das sonnige Wetter kann man ja später noch auskosten… ;-)

Noch bevor man überhaupt an der Kasse steht, wird man bereits von einem schlecht modellierten Arni begrüßt (finde ich so oder so nicht besonders durchdacht, wenn man die Menschen ins Madame Tussauds locken will). Nach dem Kassenbereich wird man dann von Maria Theresia in Empfang genommen. Diese Dame begleitete uns auf unserer Reise noch sehr oft – natürlich nicht nur in Österreich, sondern auch in Prag. Unglaublich, was man ihr alles gebaut hat… „Das war wohl die Paris Hilton der damaligen Zeit“, scherzte der Liebste und meinte es nicht böse. Wir bewundern, was diese Frau gestemmt hat.

Danach ging es geschichtlich weiter und zwar mit – gähn, wie überraschend – der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Auch Sisi genannt. Ich bin kein Sisi-Fan. War ich auch nie. Daher fand ich die Figur nicht besonders spektakulär. Angela Merkel und Queen Elizabeth waren da schon mehr mein Geschmack. Obama auch. Hier konnte man seine Bilder sogar sehr schön inszenieren – wären da nur nicht die anderen nervigen Besucher! Die mitunter auch sehr, sehr dreist sind. Denen man das aber leider nicht sagen kann, weil sie eine andere Sprache sprechen – in jeder Hinsicht. Wir entschieden uns, die Nervensägen vorzulassen und uns ganz entspannt Beethoven und anderen Künstlern und Wissenschaftlern zu widmen. Wir hatten nämlich das Glück, während einer Jubiläumsausstellung dort zu sein und so mehr Personen sehen zu können.

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Kurz darauf bereute ich sehr, dass wir diese nervig-dreiste Familie vorgelassen hatten. Es kam nämlich Freud – mit Couch! Blöderweise hing aber das viel zu knapp bekleidete und sehr exzentrische Teeniegirl auf der Couch und wartete darauf, dass es von irgendwem aus der Familie beachtet und fotografiert wird. Es interessierte sich aber niemand für sie. Der Rest der Familie belagerte alle anderen Figuren (sodass kein anderer Besucher auch nur irgendwas ungestört tun konnte, es war wirklich sehr nervig). Als mein Geduldsfaden gerade zu reißen drohte, ging sie endlich. Meine Chance! Ab auf Freuds Couch und erstmal ausgiebig ausheulen.

_MG_0779Danach kreuzte Einstein unseren Weg. Na klar, hier konnte man nicht ohne Foto und kleinen Plausch über die Relativitätstheorie vorbeigehen. Weder der Liebste noch ich.

Anschließend bekam Gustav Klimt noch ein High Five von mir, ehe es Richtung Musik- und Filmstars ging. Hier wird natürlich Conchita Wurst sehr zelebiert, aber auch Christina Stürmer, Madonna, Udo Jürgens und andere Künstler. Besonders lustig fand ich, dass Justin Bieber im Gegensatz zu allen anderen Figuren kein Namensschild, sondern einen DIN A4-Namenszettel hatte. „Wie geil ist das denn?“, fragte ich den Liebsten, nachdem ich mir auf der Hinfahrt schon hundert Mal „Love yourself“ im Radio anhören musste und bereits arg bereute, dass wir die Radioantenne noch vor dem Urlaub erneuert hatten. Denn wenn mich Justin Bieber nicht mit seinem Song umbringt, dann ganz bestimmt Adele mit einem ihrer letzten beiden Hits, bei denen sie während des Singens immer jämmerlich zu sterben scheint – jedenfalls klingt das für mich so. Mit den Liedern der beiden wurde ich während der Reise sehr oft gequält. In allen Ländern. Auf allen Radiokanälen. Zu jeder Zeit. Ich empfand sowas wie Genugtuung darüber, dass Justin Bieber nur einen blöden Zettel hatte, während alle anderen in den Genuss eines richtigen Schildes kamen. „Das müssen wir fotografieren“, forderte ich den Liebsten rachelustig auf. „Müssen wir nicht. Der hat nur noch ke_MG_0819in Schild, weil die Figur neu ist.“ Na toll. Fehlt ja nur noch Adele.

Gleich danach wurde ich von Robbie Williams angebaggert. Gut, seine Musik finde ich um Längen besser, aber das ist ja noch lange kein Grund, ihn zu heiraten. Deshalb ließ ich mich nur zu einem Foto hinreißen, ehe ich mich zu einem Tässchen Tee an den Tisch mit George Clooney gesellte (nein, auch den würde ich nicht heiraten ;-)).

Zuletzt kamen wir dann noch an Lady Gaga und ein paar anderen mehr oder weniger spektakulären Figuren vorbei. Kurz bevor wir den Ausgang erreichten, hielt uns ein Mitarbeiter des Wachsfigurenkabinetts an und fragte, ob es uns gefallen hätte. Ja, das hat es! Er fragte, ob eine Figur fehlen würde, ob wir irgendwen vermisst hätten. Man könnte sich nämlich eine Figur wünschen, dafür müsste man nur ein paar Meter weiter einen Zettel ausfüllen. Die am häufigsten gewünschte Person würde dann modelliert werden.

In dem Moment beschlich mich ein sehr, sehr flaues Gefühl und mein Kopf summte nur:

„Hello, it’s me. I was wondering if after all these years you’d like to meet.“

Nein, nein, nein. Nein, bitte nicht!

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18 Gedanken zu “Da bin ich wieder! Inklusive Appetithäppchen (und glücklicherweise ohne Adele)!

  1. Das Foto von der „Therapiesitzung“ mit Sigmund Freud gefällt mir am besten.
    Ich würde auch gerne die Gelegenheit zu Fotosessions mit dem ein oder anderen Promi nutzen, aber genau die Tatsache, dass ich da dann nicht der einzige bin und meine Ellbogen gegen andere Besucher einsetzen muss, hält mich vom Besuch solcher Einrichtungen ab.
    Daher vielen Dank für Deinen Reisebericht. Es war mir ein Vergnügen – besser als sei ich selbst vor Ort gewesen. :)

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    1. Und nicht zu vergessen: die Menschen, die gucken! Als ich die Knatscherei auf Freuds Sofa simulierte, gab es auch genug Zuschauer – ein bisschen unangenehm war das schon. ;)
      Freut mich sehr, wenn ich dir mit der Erzählung ein Vergnügen bereiten konnte. :)

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  2. Da der Eintrag irgendwie bislang an mir vorbei geflutscht ist, bin ich etwas später dran ;-).

    Auch wenn ich damit gegen den Strom schwimme, du siehst exakt so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte! Nur dein Geschmack für Kleidung ist besser – da fehlt mir meistens die nötige kompositorische Phantasie *g.

    Ich wusste gar nicht, dass man bei Madame so sehr auf Tuchfühlung mit den Figuren gehen darf! Haben die da keine Angst, dass Leute wie deine Nerv-Amis irgendwas abbrechen?

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    1. Oh, ich habe auch kein Händchen für Mode. Es gibt sicher einige, die schon allein deshalb die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden, weil ich schwarz und blau miteinander kombiniere. Wobei man das bei mir nicht „kombinieren“ nennen kann. Ich ziehe einfach an, was passt. Das sieht mal besser, mal schlechter aus, ist stets zu overdressed und irgendwie nie durchdacht.

      Die Figuren sind ziemlich stabil. Je nachdem, wo man ist, gibt es immer mal wieder Figuren, an die man nicht rankommt. Hitler war z. B. in einem Wachsfigurenkabinett in HH hinter einem Seil. Wenn ich mich recht entsinne, war in Wien aber jede Figur erreichbar.

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      1. Dann einigen wir uns einfach drauf, dass dein Look mein gefälliges Auge findet ;-).

        Und wieder was gelernt über die Wachsfiguren. Als wir mal für einen einen Tag in Hamburg waren, war mir das Miniatur Wunderland wichtiger. Und ob das für unsere Kleine was gewesen wäre, weiß ich auch nicht so recht.

        Dass man an Hitler nicht herankommt, hatte ich mal gelesen. Man will nicht ermöglichen, dass seine „Fans“ sich mit ihm ablichten können …

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      2. Ja, das war auch so meine Vermutung. Beim Hitler weiß ich es nicht genau, kann auch eine Kombi aus beiden Gründen gewesen sein.

        Ich nehme mal an, dass der österreichische Ableger der Madame seinen Export nonchalant hat unter den Tisch fallen lassen, oder? ;-)

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