Wien/Prag, Tag 2 – Ein Traum wird wahr

Was bisher geschah: Tag 1.

Ich habe geschlafen wie eine junge Göttin! Das Hotelbett war herrlich, keine durchgelegene Matratze und auch keine, die zu weich oder zu hart war, keine zu dünne oder zu dicke Decke. Perfekter hätte es nicht sein können. Das Frühstück allerdings schon! Wobei ich zugeben muss, hier bin ich besonders kritisch. Ein Frühstücksbuffet, das nicht mit Croissants aufwarten kann, ist bei mir maximal „durchschnittlich“. Sie hatten keine Croissants in Wien. Auf der einen Seite ist das gut, denn so wurde ich nicht verführt, unnötig Gluten zu essen, auf der anderen Seite fühle ich mich völlig hilflos ohne Croissants. Was sollte ich denn jetzt essen? Die Entscheidung fiel auf Rührei, was dann schließlich jeden Morgen auf meinem Teller landete (wobei ich der Zubereitung von Rührei außerhalb meiner eigenen vier Wände grundsätzlich ziemlich misstraue). Für Früchte entschied ich mich dann auch noch – die waren allerdings nicht frisch, sondern aus der Dose, war wohl der typische Fruchtcocktail. Den halte ich allerdings immer für unnötig stark gezuckert. Das Buffet bot allerdings auch noch Joghurt. Blöd nur, dass ich Laktose nicht so gut vertrage. Jedenfalls nicht viel davon. Aber irgendwas musste ich ja essen. Also gab es Rührei und Joghurt mit unnötig gezuckerten Dosenfrüchten. Das war kein Buffet nach meinem Geschmack, wirklich nicht. Das Einzige, was ich wirklich gut fand, war der Blick nach draußen. Wir befanden uns nämlich im 6. Stock und schauten geradewegs auf die Gloriette. Herrlicher Anblick!

Prater
Blick vom Wiener Riesenrad

Nach dem Frühstück machten wir uns zunächst auf den Weg in die Opernpassage – hier wollten wir unsere Vienna Card holen. Für eine 2-Tages-Karte legte jeder von uns 69 Euro auf den Tisch. Die Karte berechtigte uns nun zum Eintritt in 60 Attraktionen (u. a. Madame Tussauds, wie ihr ja schon wisst). Aufgrund des wundervoll sonnigen Wetters wollten wir den Prater erkunden und liefen durch den Stadtpark hin. Nach dem Besuch im Madame Tussauds (nähere Infos siehe obigen Link), liefen wir eine Runde über den Prater und landeten zum Schluss im Riesenrad (für das wir dank Vienna Card freien Eintritt hatten). Von hier aus konnte man einen tollen Blick über Wien genießen.

Hundertwasserhaus
Von Hundertwasser erbautes Kunst Haus Wien

Gleich danach machten wir uns auf den Weg zum von Hundertwasser erbauten Kunst Haus Wien. Auch hier hätten wir freien Eintritt gehabt, allerdings genügte uns ein Blick auf die hübsche Fassade – unsere knappe Zeit wollten wir lieber anderen freien Eintritten widmen, z. B. dem Stephansdom, unserem nächsten Ziel.

Der Eintritt in den Stephansdom selbst ist zwar kostenlos (und fotografieren durfte man hier auch), die Führung durch die Katakomben, der Einlass in die Domschatzkammer sowie die Fahrt auf den Nordturm kosten allerdings ein paar Euro – jedenfalls für diejenigen, die keine Vienna Card besitzen.

Bevor wir uns durch die Katakomben des Doms führen ließen, liefen wir ein wenig durch den frei zugänglichen Bereich des Stephansdoms – und fanden zufällig ein wenig Buddhismus, nämlich eine Erleuchtung (bestimmt wird Nandalya hierzu etwas Kluges zu sagen haben ;p).

Stephansdom_Erleuchtung
Erleuchtung im Stephansdom

Anschließend ging es für eine halbstündige Führung in die arschkalten Katakomben des Doms. Hier durften leider keine Fotos gemacht werden. Mehr als Urnen, Särge, Kerzen und Knochen hätte man aber ohnehin nicht fotografieren können. So langweilig-eintönig der letzte Satz jetzt rüberkommen mag, so beeindruckend war, was wir gesehen haben. Knochen stapeln sich über Knochen über Knochen über Knochen, teilweise liegen die Gebeine mehrere tausend Menschen in einer Grabkammer. Es ist auf gruselige Art und Weise faszinierend.

Als wir aus den Katakomben rauskamen, standen wir nicht mehr im Dom, sondern auf dem Stephansplatz – die Katakomben sind etwas größer als der Dom. Also gingen wir zurück in den Dom, unser Ziel war der Nordturm, auch bekannt als Pummerin. Dort genossen wir einen schönen, aber nicht allzu spektakulären Ausblick über Wien. Nachdem wir wieder im Dom waren, schlug ich vor, auch noch die Domschatzkammer zu besichtigen – wenn wir schonmal da waren und freien Eintritt hatten. Das einzig Spannende war, dass die Relikte verdammt alt und teilweise extrem gut erhalten sind.

Stephansdom_gesamt
Blick in den Stephansdom aus der Domschatzkammer

Wenn man neben einem Teppich steht und weiß, der ist 400 Jahre älter als man selbst, dann ist das beeindruckend. Ansonsten war die Domschatzkammer selbst allerdings langweilig. Viel spannender fand ich den Blick, den man von hier aus in den Stephansdom hatte.

Sachertorte
Eine Sachertorte im Hotel Sacher

Nach dem Dom kam es dann endlich zu einem meiner persönlichen, lang herbeigesehnten Highlights, das eines der Gründe dafür war, warum ich überhaupt nach Wien fahren wollte: Sachertorte! Und, na klar, es gab sie standesgemäß im Hotel Sacher. Ein Stückchen Torte für 6,50 Euro – gut, das ist nicht preiswert, aber dafür, dass man sich einen Traum erfüllt und ein  Erlebnis hat, das einem niemand mehr nehmen kann, ist das dann doch ein äußerst überschaubarer Preis. Ich freute mich jedenfalls wie ein Schneekönig über den Kuchen. Vermutlich habe ich auch noch nie einen Kuchen so langsam und genussvoll gegessen (bin beim Essen normalerweise eher der Typ „Staubsauger“).

Danach führte uns der Weg zur Wiener Hofburg, der wir uns zunächst von hinten näherten, ehe wir einen Blick von vorne auf dieses eindrucksvolle Gebäude werfen konnten.

Hofburg
Wiener Hofburg von hinten
Hofburg_2
Wiener Hofburg von vorne

Im Anschluss schleppte ich den Liebsten zum Museumsplatz. Es war zwar inzwischen so spät, dass wir die Museen nicht mehr besuchen konnten, aber der Platz selbst war auch seinen Besuch wert. Zu unserer linken Seite befand sich das kunsthistorische Museum (das uns ungefähr so sehr interessierte, wie die Nebenkostenabrechnung des Frisörs meiner Tante), zur rechten das naturhistorische  (das ich unbedingt besuchen wollte). In der Mitte schauten wir auf eine Statue von Maria Theresia. Diese Frau muss sehr vergöttert worden sein. Schloss Schönbrunn wurde ihr z. B. geschenkt, nur eins von vielen Geschenken, die sie erhielt. Die vor uns liegende Statue ließ nämlich – wenn ich mich recht entsinne – ihr Sohn entwerfen und zu ihrer Ehre aufstellen. Da wir aber morgen noch hier sein würden, gingen wir weiter.

Als nächstes trugen uns unsere Füße zum österreichischen Parlament. Wow, das war wirklich schön! Wir verharrten eine Weile, ehe wir weitergingen und einen Teil der Wiener Universität aufsuchten und besichtigten. Dort gibt es universitätseigene Liegestühle für die Studenten! In einem Innenhof! Wir lagen drin, das war Komfort pur! Wir beschlossen, unserer besuchten Uni eine Postkarte aus Wien zu schreiben und ihnen dies vorzuschlagen (haben wir übrigens wirklich getan ;-)).

Inzwischen war es dunkel geworden. Wir wollten uns eigentlich noch das Rathaus ansehen, das recht hübsch beleuchtet war. Allerdings schien auf dem Vorplatz am kommenden Wochenende ein Wettkampf ausgetragen zu werden, für den die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen. Deshalb kamen wir leider nicht wirklich ans Rathaus ran und konnten auch kein schönes Foto knipsen. War aber auch nicht weiter schlimm.

Unsere mittlerweile stark schmerzenden Füße trugen uns Richtung Hotel, wo wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite (nein, nicht in Rosis Laufhaus!) noch einen Imbiss einnahmen – ich ein wenig Dönerfleisch mit Salat, der Liebste chinesische Nudeln mit Dönerfleisch (soll angeblich lecker gewesen sein).

28.524 Schritte nach dem Aufstehen (oder mehr als 20 km später) fielen wir wieder ins Bett, ehe Tag 3 nach uns rief – und damit der Pandabär! Das hätte allerdings fast nicht sein sollen…

Advertisements

7 Gedanken zu “Wien/Prag, Tag 2 – Ein Traum wird wahr

  1. Na, da sieht aber auch jemand außerordentlich glücklich aus! :-)

    Sicherlich keine ganz günstige Torte, aber wenn man sieht, was für Preise teilweise in „normalen“ Konditoreien aufgerufen werden, liegt das, bei dem Ruf, im Rahmen, finde ich.

    Gefällt 1 Person

  2. Wien ist wunderschön, auch wenn die Wiener selbst oft etwas „aufgesetzt“ freundlich wirkten. Wirkte zumindest auf mich so. Doch die Sehenswürdigkeiten rissen das wieder heraus. Ich fand besonders die Hochburg mit Sisis und Franz‘ Privatgemächern sowie das Sisi-Museum grandios. Leider war es damals so heiß, dass wir uns den Zoo- bzw. Pandabesuch gespart haben. Ein bisschen bereue ich das.

    Gefällt 1 Person

    1. Och, als Düsseldorferin kennt man dieses aufgesetzt, das macht mir nichts. ;)

      Ich muss gestehen, wir waren nicht in der Burg drin (aber ich bin auch einfach so gar kein Sisi-Fan).

      Beim Zoobesuch hast du was verpasst, wirst du im nächsten Artikel sehen. ;) Das ist der tollste Zoo, den ich je gesehen habe, so liebevoll und würdig für Mensch und Tier.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s