Wien/Prag, Tag 3 – Der Panda ruft!

Was bisher geschah: Tag 1, Tag 2.

Jippie, yeah! Raus aus den Federn, der Wiener Zoo ruft! Auch bekannt als „Tiergarten Schönbrunn“. Er ist der älteste, noch bestehende Zoo der Welt (Fertigstellung: Sommer 1752).

Ich freute mich aus mehreren Gründen unheimlich auf den Besuch. Zum einen hat mich die Tierwelt schon immer fasziniert (wären die Berufsaussichten als Biologin aus meiner Sicht nicht so dröge, wäre meine Studienwahl damals anders ausgefallen), zum anderen liebe ich es, Tierparks zu erkunden. Es fühlt sich an, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Besondere Vorfreude löste der Pandabär bei mir aus. Ich habe zwar schon viele Zoos und (Safari-)Parks besucht, aber Pandas gab es bislang nie zu sehen.

Um in den Zoo zu kommen, mussten wir durch den Garten des Schloss Schönbrunns. Das fand der Körper meines Liebsten allerdings nicht so toll, denn Wien begann grün zu werden – nicht gerade die Lieblingszeit eines Allergikers. Aber schon bald erreichten wir den Zoo und konnten mit unserer Vienna Card direkt reingehen. Das Pandagehege lag nicht weit vom Eingang entfernt – das wusste ich. Also stürmte ich am Gehege der Koalabären vorbei (die würde ich mir später noch ansehen können, dachte ich) und erhaschte sogleich den ersten Blick auf einen Panda! „Der ist aber klein“, sagte ich zum Liebsten. Die Gattung nennt sich „Großer Pandabär“ – ich hatte ihn viermal so groß erwartet! Da das Gehege gerade saubergemacht wurde und sich der Panda ins Außengehege verdrücken musste, konnte man ihn erstmal nicht mehr sehen. Ich hatte blöderweise noch gar kein Foto gemacht. Wir beschlossen, später nochmal wiederzukommen.

Unser nächstes Ziel war das Nilpferdhaus. Wow, man war so unheimlich nah an den Nilpferden! Die Luftfeuchtigkeit war allerdings nicht besonders allergikerfreundlich, weshalb ich den chronisch niesenden Liebsten aufforderte weiterzugehen. Während ich mir die Löwen beim Fressen anschaute, nahm der Liebste eine Pause auf der Bank. Die Allergie gab aber keine Ruhe, weshalb er zurück zum Hotel wollte, um Tabletten zu nehmen. Ich ging natürlich mit, er wirkte nicht besonders gesund. Im Hotel angekommen, verweilten wir erstmal ein gutes Stündchen, um runterzukommen und die Tabletten wirken zu lassen, ehe wir unseren Weg fortsetzten.

Er wollte nochmal versuchen, in den Zoo zu gehen. Allerdings hielten wir es beide für klüger, wenn wir den Tabletten noch etwas mehr Zeit geben und uns zunächst auf einen Weg durch das Innere des Schloss Schönbrunn begeben. Als wir feststellten, dass wir sicher eine Stunde hätten warten müssen, bis wir unser (kostenloses!) Ticket bekommen hätten, verwarfen wir den Plan und schlenderten zurück Richtung Zoo. Die Tabletten schienen zu wirken. Ich schlug vor, dass wir zuerst ins vor dem Zoo liegende Wüstenhaus gehen, ehe wir es nochmal im Zoo probieren. Er nickte.

Zoo_Fische_1
Knabberfische an meiner Hand

Direkt hinter dem Eingang befand sich ein Becken mit Fischen. Ein Schild forderte dazu auf, seine Hände in das Aquarium zu halten. Da es sich offensichtlich nicht um Piranhas handelte, kam ich dieser Aufforderung nach – und hatte direkt ein Dutzend Fische an meiner Hand, die tote Hautschüppchen abknabberten. Ein kitzliges Gefühl, denn sie „knabbern“ wirklich. Je länger man die Hände im Aquarium hält, desto weniger kitzelt es natürlich. Da ich trockene Hände hatte, beschloss ich, eine kleine Beautysession einzulegen und hielt meine Hände sowohl beim Betreten des Wüstenhauses als auch beim Verlassen jeweils ein paar Minuten ins Aquarium. Die Haut fühlte sich danach einfach großartig an!

Kurz darauf gingen wir zurück zum Zoo. Aber – oh, Schreck! – wir kamen mit unserer Karte nicht mehr rein. Die Vienna Card berechtigt uns zwar zum freien Eintritt, allerdings nur einmal. Wir gingen zum Schalter, erklärten die Situation und wurden aus Kulanz wieder reingelassen. Diesmal führte mein erster Weg direkt zu den Koalabären. Die sind ja für ihren besonders exzessiven Elan bekannt.

Zoo_Koala
Ein völlig eskalierender Koalabär

Anschließend schlenderten wir gemütlich durch diesen wirklich wundervollen Zoo. Ich habe noch nie einen Zoo gesehen, der so liebevoll und würdig für Mensch und Tier angelegt ist. Die Tiere haben viel Platz in ihren Gehegen. Sie sind modern gebaut und ausgestattet, Besucher können meist von verschiedenen Punkten aus ins Gehege schauen. Der Zoo war insgesamt einfach toll!

Besonders spannend fand ich den Eisbären, der ein unheimlich großes Gehege hatte. Man konnte ihn aus verschiedenen Perspektiven beobachten, wir entschieden uns für „von oben“. Der Eisbär schien hungrig zu sein, er bewegte sich jedenfalls ungeduldig hin und her. Noch eine halbe Stunde, dann würde Fütterung sein. Als er uns erblickte, verharrte er einige Sekunden in seiner Position. „Der denkt bestimmt: ‚mjam, mjam, mjam'“, sagte ich zum Liebsten. „Das denkt der wirklich!“, bestätigte er. Ich schien wirklich recht zu haben, denn der Eisbär setzte sich in Bewegung, kletterte auf den höchsten und uns am nächsten gelegenen Punkt des Geheges und behielt uns im Auge. Er schaute wohl, ob er irgendwie an uns rankam. Natürlich nicht, aber so konnten wir ihn immerhin fotografieren.

Zoo_Eisbär
Hungriger Eisbär

Anschließend schlenderten wir Richtung Ausgang. Wir hatten zwar nicht den gesamten Zoo gesehen, aber das, was wir sahen, hat uns beeindruckt. Nun würden wir noch ein letztes Mal zum Panda gehen, ein Fotos schießen und… oh, mein Gott! Das sind ja Erdmännchen! Ich hatte ganz vergessen, dass sie hier ja auch Erdmännchen haben! Oooookay, ich brauche mindestens zehn Minuten mehr Zeit. Erdmännchen – meine absoluten Lieblingstiere. Hier musste ich einfach ein wenig verharren, ehe wir unseren Weg fortsetzten.

Zoo_Erdmännchen
Ultrasüßes Wach-Erdmännchen

Unterhaltsam war jedoch nicht nur der Wächter, sondern auch drei andere Erdmännchen, die ihrem Verhalten nach eindeutig Geschwister sein mussten. Sie prügelten sich jedenfalls ausgiebig miteinander. Das erinnerte mich an meine beiden Brüder und mich. Nach einiger Beobachtungszeit stellte ich fest, dass zwei immer auf einen bestimmten einprügelte (der allerdings immer ärgerte, muss man fairerweise dazu sagen). Das erinnerte mich noch mehr an meine Brüder und mich. Irgendwann scheuchte der Wächter alle Erdmännchen rein, was wir für uns als Aufforderung zum Gehen interpretierten.

Als wir zum letzten Mal am Pandagehege ankamen, durften wir ihm  beim Futtern zusehen. Ein süßer Anblick! Und der sehr schöne Abschluss eines Erlebnisses, das als wunderbare Erinnerung weiter bestehen wird.

Zoo_Panda_2
Futternder Pandabär

Als wir den Zoo verließen, gingen wir zurück Richtung Schloss Schönbrunn, wo wir auf den Bus warteten, der uns zum heeresgeschichtlichen Museum bringen sollte. Inzwischen hatten wir 15.00 Uhr – viel zu spät, um sich alles noch ausgiebig anzuschauen. Deshalb blieben wir nur eine dreiviertel Stunde im heeresgeschichtlichen Museum, sahen uns lediglich den Abschnitt an, den der Liebste sehen wollte und sprangen in den nächsten Bus, der uns zum naturhistorischen Museum bringen sollte.

In diesem gab es aktuell eine Sonderausstellung zum Thema Stammzellen. Die war wirklich klasse. Am Ende des Besuchs werde ich sagen, dass sie das spanndenste am gesamten Museum war. Wie erwähnt, ich liebe Biologie und Tiere. Das naturhistorische Museum stellt die Evolution sehr schön dar und hat viel zu bieten. Besonders gut gefiel mir, dass die meisten ausgestopften Tiere echt waren. So erhielt man einen guten Eindruck davon, wie groß die Tiere in Wirklichkeit sind. Allerdings reichte unsere Zeit nicht aus, um eine Führung durch das Museum machen zu können. Wir hatten zwar ein paar zusätzliche Euros hingelegt, um eine Audioführung zu machen, letztlich waren die Informationen aber unzusammenhängend und damit kaum zufriedenstellend.

Als wir das naturhistorische Museum verließen, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Wie gestern auch, aßen wir im Imbiss schräg gegenüber unseres Hotels (der Liebste gab es zwar nicht zu, aber ich wette, er stand auf die perverse Mischung aus chinesischen Nudeln und Dönerfleisch!) und fielen nach 20.635 gelaufenen Schritten ein letztes Mal in Wien ins Bett.

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10 Gedanken zu “Wien/Prag, Tag 3 – Der Panda ruft!

      1. Ja klar, aber bei Leoparden und so, von denen man weiß, die laufen auch gerne mal ein paar Kilometer gerade aus … Ein Medaille hat auch immer zwei Seiten.

        Gefällt 1 Person

    1. Ich denke, es kommt wirklich auf den Zoo und die Art an, in der die Tiere dort gehalten werden. Klar, manche Arten kann man artgerechter halten als andere, aber ich sehe auch stark den erhaltenden und lehrenden Charakter eines Zoos.

      (Ich könnte als Duisburger jetzt noch den fundamentalistischen Streit über die Delfinhaltung anfangen, aber – nee, lass mal)

      Gefällt 2 Personen

      1. Und was ist mit den Belugawahlen? ;p Die gibt es dort aber nicht mehr, oder?

        Als Kind habe ich sowohl die Delfinshow als auch die Belugashow besucht. Und ich fand’s natürlich toll. Das ist eine Erinnerung, die ich nicht mehr missen möchte. Es war einfach faszinierend. Aber das ist eben nur die eine Perspektive..

        Gefällt 1 Person

      2. Nein, die Belugas gibt es eben so wie den Weißwal schon lange nicht mehr.

        Ich finde, als Zuschauer, solche Shows natürlich gut. Und ich halte mich nicht für Fachmann genug um beurteilen zu können, ob Delfine nun wirklich einen Spieltrieb haben, der auf diese Weise befriedigt wird, oder nicht.

        Man möge mich oberflächlich nennen, aber wenn ich die leuchtenden Augen meiner Kinder sehe, dann gibt mir das ein gutes Gefühl.

        (Zumal ich den Duisburger Zoo insgesamt für durchaus artgerecht halte. Ich war vor Jahren mal in Rom im Zoo und wollte am liebsten alle Tiere erschießen, um ihre Qualen zu beenden.)

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  1. Ja und wo sind die anderen Fotos?

    Das mit den Putzerfischen kann man irgendwo „bei uns“ im Umkreis auch als Wellness-Anwendung machen. Da gibt es regelmäßig Angebote auf Groupon. Aber ist schon eine witzige Idee, wie die das in Wien gemacht haben :-).

    Gefällt 1 Person

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