Tag 1, Teil 3/3 und Sonstiges

Man mag es kaum glauben, aber mir fehlt die Zeit zum Bloggen. Tagsüber habe ich viele Therapien. Natürlich nicht durchgängig, aber während der Pausen bin ich meist im Park spazieren. Daher das Wichtigste, das ich festhalten möchte, in Kürze:

Ultraschall

Es gibt zwar ein paar Entzündungen, aber alles nicht so dramatisch, dass wir spritzen müssten. Wenn ich unbedingt wollte, könnte man mir nochmal eine Spritze ins Gelenk jagen, dringend notwendig ist das aber nicht. Im Ultraschall bestätigte sich dann nochmal die vermutete Diagnose der Fachärztin.

Diagnose

Chronische Polyarthritis. Fachärztin, Oberärztin und Chefarzt sind sich einig.

„Chronische Polyarthritis. Klingt doch schon scheiße“, sage ich zu Liz, die unter anderem eine chronische Polyarthritis hat. „Chronisch bedeutet im Grunde für immer, poly quasi überall. Von Arthritis brauchen wir gar nicht erst anzufangen..“ Sie guckt mich an und meint: „Du bist doch die Expertin für Sprache. Wie kann man es schöner sagen?“ „Gar nicht. Das ist einfach nicht schön.“ Wir lachen. Denn so gehen wir mit der Krankheit um. Entweder wir leben damit und sind glücklich oder wir sind unglücklich (aber auch dann müssen wir damit leben).

Prognose

Meine Ärzte halten die Erkrankung bei mir für gut behandelbar, sie sind zuversichtlich, dass wir sie zum Stagnieren kriegen und verhindern können, dass Gelenke (weiter) geschädigt werden.

Medikation

Ich bekomme immer noch Cortison und Schmerztabletten. Letztere haben wir gestern um die Hälfte reduziert (das habe ich heute Morgen deutlich spüren dürfen, glücklicherweise begann der Tag mit Physiotherapie). Seit Anfang der Woche nehme ich ein Basismedikament – erstmal in Tablettenform, später eventuell als Spritze, denn letztere wird zum einen besser vertragen und kann zum anderen höher dosiert werden. Als ich den Schwestern und Ärzten auf Nachfrage mitteilte, dass ich keine Nebenwirkungen vom Basismedikament spüre, freuten sich alle sehr. Gut, freue ich mich einfach mit. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend. Meine Ärzte sind sich einig, dass das Basismedikament sehr wahrscheinlich nicht reichen wird, dann muss ein zusätzliches Medikament verabreicht werden. Das wird aber erst in etwa drei Monaten entschieden.

Reha

Die Ärzte boten mir an, noch in die Reha zu gehen. Ich wartet ein paar Tage und entschied mich dann, das zu tun, denn die Therapien tun mir gut, ich gewinne wieder Kraft und Energie. Und noch wichtiger: Ich werde wieder ich selbst. Das möchte ich weiter stabilisieren. Ich habe in den letzten Monaten so wenig Zeit gehabt, mich auf mich zu konzentrieren, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, auch wenn auf der Arbeit viel Stress ist. Aber gerade Letzterer hat wahrscheinlich auch dazu beigetragen, dass es mir extrem schlecht ging, denn Stress macht alles nur noch schlimmer. Als ich meinem Vorgesetzten mitteilte, dass noch drei Wochen Reha angehängt werden, sagte er zu mir, dann könne ich ja mal wieder richtig arbeiten, nachdem ich mich fünf Wochen erholt hätte. Er scheint zu vergessen, dass ich im Krankenhaus bin und nicht im Urlaub…. Wobei ich sagen muss: In dem Kurort, in dem mein Reha-Aufenthalt stattfindet, habe ich vor sieben Jahren mal einen Wellnessurlaub gemacht. Ich werde es mir gutgehen lassen, definitiv. Das habe ich mehr als nötig – und auch mehr als verdient.

 

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6 Gedanken zu “Tag 1, Teil 3/3 und Sonstiges

  1. Da fällt mir jetzt auch kein schöneres Wort, keine schönere Umschreibung für ein. Scheiß Diagnose!

    Aber zumindest die kurzfristigen Aussichten scheinen ja nicht so schlecht zu sein. Wollen wir hoffen, dass der vorsichtige Optimismus deiner Ärzte sich als berechtigt erweist. Und Chefs wie den deinen hab ich ja gefressen!

    Alles Gute auch von mir.

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    1. Wie sagt Zimmergenossin Liz immer so schön? „Anderen geht’s schlechter.“ Wie sage ich dann immer so schön? „Das macht unsere Krankheit aber auch nicht besser.“ ;) Die Ärzte sind gar nicht soooo vorsichtig optimistisch. Die Fachärztin meinte, sie hätte selten Patienten wie mich, denn alle anderen, die hier sind, haben meist recht komplexe Erkrankungen (Liz hat z. B. nicht nur eine chronische Polyarthritis). Ich habe dagegen eine recht klare Erkrankung, bei der die Behandlung thereotisch verhältnismäßig simpel ist (wenn ich drauf anspringe). Und meine Aussichten sind vor allem deshalb gut, da noch keine wirklichen Schädigungen vorliegen und wir direkt zu Beginn der Erkrankung angreifen können.

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      1. Dann hoffe ich, dass du gut springst! Gut, dass da rechtzeitig die richtigen Schritte unternommen wurden, wie es scheint. Da zahlt sich auch deine Hartnäckigkeit aus.

        Deine Einstellungen zu Krankheiten finde ich übrigens gut so. Mir geht generell dieses Relativieren von Krankheiten etwas auf den Zeiger. Wir sind alle unterschiedlich und nehmen Krankheiten unterschiedlich war. Wohlgemerkt: Ich spreche von „ernsthaften“ Erkrankungen und nicht vom gemeinen Männerschnupfen ;-).

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