Zeit zum Zuhören

Einer meiner Parkspaziergänge treibt mich geradewegs in die Arme einer Liegeschaukel. Es hat etwas unheimlich idyllisches, ja, fast paradiesisches, unter der Krone eines Baumes sanft hin und her gewogen zu werden, während der Wind zärtlich über meine Haut streichelt und gleichzeitig mit meinen Haaren spielt. Ich lächle, fühle mich gut und vergesse meine stärker gewordenen Schmerzen. Je mehr ich mich entspanne und dem Moment hingebe, umso mehr nehme ich wahr, was um mich herum geschieht.

Vom nahegelenen Hof dringt das Mähen einer Ziege herüber. Ein Hahn verkündet sein Kikeriki, ein anderer antwortet ihm. Aus dem Feld dringt das Zirpen der Grillen, im Unterholz rascheln die Hasen, über mir die Blätter. Irgendwo summt eine Biene, am Teich schnattern die Enten. Kinder spielen auf dem Klettergerüst. Sie toben ausgelassen, schreien und lachen. Ich ergänze die Geräuschkulisse durch ein zufriedenes Seufzen und das leise Quietschen der Schaukel.

Diese Geräusche machen mich glücklich. Aber ich höre sie viel zu selten. Nicht weil sie nicht da wären, sondern weil man sich zu wenig Zeit nimmt, um ihnen zuzuhören.

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