Dem Facharzt ausgeliefert…

… und gerade darum muss man (für sich) kämpfen!

Ich hätte da was zu beklagen. Und da sich nichts ändert, wenn man Dinge stumm hinnimmt und die Füße stillhält, will ich es in die Welt raustragen.

 

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12 Gedanken zu “Dem Facharzt ausgeliefert…

  1. Ohje…Gute Nerven.
    Mit Ärzten habe ich auch schon so einige Erfahrungen gemacht. Positiv wie negativ. Ist mit der Hauptgrund warum ich gerne die Fahrtzeit von ca. 3 h in Kauf nehme, um mich an UNI-Klinik meines Vertrauens und in der Fachklinik und bei den (Fach)Ärzten, denen ich vertraue, behandeln zu lassen.
    War ein zerrender Weg dahin. Die Ausdauer darf man nicht verlieren. Ebenso die Kraft für sich und seine Gesundheit einzustehen, zur Not penetrant nervend.
    Muss aber sagen, dass ich nie Probleme mit (Fach)Arztwechsel hätte. Die Praxen haben die Unterlagen ohne murren bei den jeweiligen Vorgängern bzw. in den Kliniken und bei den behandelnden Kollegen aus anderen Fachbereichen angefordert.
    Oft werden Medikamente oder Mittel ja nicht verordnet, weil der Arzt mit anderen Firmen/Vertretern zusammenarbeitet oder vorgegebene Budgetprobleme hat.

    Hast du schon den Weg/die Kommunikation über die Krankenkasse versucht? Das wirkt meiner Erfahrung nach oft Wunder.
    Können die Ärzte der Fachklinik nicht weiter Verordnungen ausstellen die Alternative zur Spritze? (ka wie da die gesetzliche Lage ist) Meine tun das. Bzw. verschreibt der Hausarzt auf Anweisung der Fachklinik.

    Alles Gute und nicht aufgeben für dich einzustehen.

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    1. Man nimmt viel auf sich, wenn man endlich mal einen Arzt gefunden hat, mit dem man gut zurechtkommt. Dann sind es 3 Stunden Fahrtzeit auch wert, geht ja letztlich um einen selbst.

      Ich wusste noch gar nicht, dass die Praxen den ganzen Kram auch anfordern können. Sollen sie ja ruhig mal machen. Stattdessen schicken sie mich immer von A nach B (was letztlich den Vorteil hat, dass sie alles vorliegen haben, wenn ich da bin – aber sie gucken eben auch erst dann drauf und lesen quer, eine intensive Behandlung ist das am Ende nicht).

      Ich vermute, die von dir angesprochene Zusammenarbeit mit gewissen Firmen/Vertretern ist der Grund dafür, warum ich den Pen nicht bekomme. Denn das Argument „Es gibt nur einen Hersteller“, ist einfach kein Argument. Bei den Spritzen bezieht man letztlich auch nur die Spritzen von einem Hersteller..

      Den Weg über die KK werde ich noch gehen. Allzu viel Hoffnung mache ich mir da aber nicht, weil ich ja bereits in einer Betreuung bin und die Dringlichkeit aus objektiver Sicht nicht unbedingt gegeben ist. Die Verbindung zur Fachklinik werde ich auch nochmal aufnehmen.

      Aufgeben ist keine Option. :-)

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  2. Uff…man hat mich mal im Krankenhaus mit den falschen Lebensmitteln versorgt, so dass ich Leichtgewicht extrem abgenommen habe (60 Kilo auf 186cm waren es damals). Auch hat der damalige Hausarzt es einfach verkackt, weil er nicht wusste, was es war und mich nicht sofort an den Facharzt weitergeleitet hat und dieser dann später auch nicht wusste, was es ist und wieder einige Tage vergingen, er mich dann aber beim nächsten Besuch sofort ins Krankenhaus verwies (die Krankheit war zu dem Zeitpunkt tatsächlich kurz davor lebensgefährlich zu werden bzw. hätte es schon sein können). Ich hatte damals aber außer auf meinen Hausarzt kein schlechtes Gefühl bezüglich des Facharztes, der wohl auch nicht wirklich wissen konnte, was ich habe, weil ich den Weisungen des Hausarztes folgte, was die Zeichen meiner Krankheit zwar verringerte, jedoch die Krankheit nicht davon abhielt, sich auszubreiten. Ich habe daraus gelernt, dass ich meinen Hausarzt sofort hintergehe, wenn ich selbst merke, dass er keine Ahnung hat.

    Dein Problem ist aber ein ganz anderes und es ist absolut richtig, dass du mit diesem Video aufmerksam machst. Mir war das gar nicht klar, dass das so kompliziert ist und ich hätte auch gedacht, dass in deiner Stadt mehr als ein Facharzt für diese Richtung vorhanden ist. Ich kann dir somit keine Tipps geben und hoffe, dass Ellas Informationen dich weiterbringen.

    Ganz liebe Grüße,
    Ben

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    1. Ich glaube, wenn man noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hat und nicht unbedingt Grund hat anzunehmen, dass der Arzt völlig falsch liegt (und durch die Verringerung der Krankheitszeichen ist das wohl letztlich so), vertraut man dem Arzt erstmal. Aber wenn es dann doch anders kommt, zweifelt man vielleicht in Zukunft eher und stärker, wenn eigenes Gefühl und Handeln des Arztes auseinandergehen?
      Als mir ein Arzt ein halbes Jahr vor meiner Rheumadiagnose sagte, ich hätte kein Rheuma (und das obwohl ich mit entzündetem Gelenk, also akutem Krankheitsschub bei ihm war), habe ich noch gelacht und keine Sekunde an seinen Worten gezweifelt. Ich hatte einfach keinen Grund dazu. In der Fachklinik haben sie mir dann so stark eingebläut, dass ich selbst mein bester Arzt bin und darauf achten muss, dass die Ärzte das richtige tun. Dass ich nicht hinnehmen, sondern die Behandlung mitgestalten soll. Ich habe über die Krankheit und die Behandlung so viel gelernt, dass ich sicher nicht der Wunschpatient eines Facharztes bin, weil ich erstmal alles infrage stelle, das nicht mit meiner Meinung und meinem Erlernten konform geht (womit ein guter Facharzt aber umgehen können muss – vor allem müssen Ärzte mal lernen zu begründen, das tun sie nämlich nur unzureichend, und dadurch erzeugst du bei Patienten wie mir sehr große Unzufriedenheit).
      Aber irgendwie wird das schon, da bin ich mir sicher!

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  3. Die Situation ist schwierig. Ich sehe die Schuld weniger beim Arzt, sondern viel mehr im System. Die Klinik sagt dir, was dein Arzt verschreiben soll – warum verschreibt die Klinik nicht den „ersten Rutsch“? Der Arzt fühlt sich natürlich von der Klinik bevormundet, immerhin soll er sein Budget für all das hergeben. Und wenn er sein Budget überschreitet, zahlt er aus eigener Tasche! Die Krankenkasse wird dir sagen, dass sie natürlich (!) alle Leistungen bezahlen, dennoch wird alles ins Budget deines Facharztes fallen. Dein Hausarzt kann ebenfalls Physio und Ergo verordnen, fällt aber auch in sein Budget.
    So schieben sie sich alle den schwarzen Peter zu und du bist die Leidtragende.

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    1. Die Klinik hat in Abstimmung mit mir einen Behandlungsplan aufgestellt. Es gibt bestimmte standardisierte Vorgehen und im Grunde nur wenig andere Möglichkeiten. Der Arzt wird letztlich nicht bevormundet. Das, was mich stört, ist, dass ich nicht die gesamte Behandlung kriege, die ich bräuchte. Und das, was ich bräuchte, ist keine Sonderbehandlung, es ist Standard. Sein Budget wird nicht stärker belastet als bei anderen Patienten auch. Aber bei mir kann er natürlich sparen. Dadurch dass bei mir noch keine irreparablen Schäden vorliegen, ist er ja nicht unbedingt gezwungen zu handeln (obwohl ich die Dinge eben prophylaktisch bräuchte). Die Sparerei wird auf Kosten meiner noch vorhandenen Gesundheit ausgetragen. Und wenn die Schäden dann da sind, wird es doppelt und dreifach teuer. Ich fühle mich als Patient nicht ernstgenommen, nicht wahrgenommen. Ich bin ein Patient zweiter Klasse. Ich bin sicher ein Opfer des Systems. Aber der Arzt macht mich auch dazu.

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  4. Es gefällt mir natürlich nicht. Ich finde es sehr gut, dass du darüber sprichst. Es ist schockierend, was alles abgeht um Geld zu sparen. Es kann nicht angehen, dass man Glück haben muss, an einen verständnis-/rücksichtsvollen Arzt zu gelangen, um die Behandlung zu erhalten, die man braucht.
    Ich wünsche dir alles Gute für deine Gesundheit und einen tollen zukünftigen Arzt!

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  5. Das ist heavy. Ich kann gut verstehen, dass Du sauer bist. Der Doc versagt Dir den Pen bestimmt nur, weil er Angst vor Regress hat. Das ist mies. Leider wirst Du als Einzelkämpferin nicht viel erreichen. Kannst Du Dich nicht mit anderen in einer Selbsthilfeorganisation zusammenschließen, zB. der Rheuma-Liga? Evtl bekommst Du dort auch noch mehr Tipps oder Kontakt zu einem Arzt, der Dir das verschreibt, was zu Deiner Lebenssituation nun mal am besten passt. Viel Erfolg!

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    1. Es gibt eine „Jugend“-Rheuma-Liga für Menschen unter 30. Leider nicht in meiner Stadt.
      Als Einzelkämpferin kann ich das System nicht ändern. Deswegen ist mir wichtig, dass jeder, dem Unrecht geschieht, aufsteht und das anklagt, es eben nicht hinnimmt und die Füße stillhält.
      Unser Gesundheitssystem ist leider nicht auf Prävention ausgelegt, und das ist für Menschen wie mich ein großes Problem, denn ich werde trotz chronischer Krankheit erst dann vernünftig behandelt, wenn ich ein definitiv dauerhaft teurer „Schaden“ für das Gesundheitssystem bin. Und das werde ich irgendwann sein, wenn nichts passiert.
      Meine einzige Möglichkeit ist daher aktuell, dafür zu kämpfen, dass ich einen Arzt finde, der meine Werte teilt und die Behandlung mit mir so gestaltet, wie es mir gut tut und für meinen speziellen Fall richtig ist. Aber ich bin nicht die einzige, es gibt so viele andere, die dieselben Probleme haben. Und gemeinsam wäre man viel stärker.

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      1. Hm, und in der nächstgrößeren Stadt? Muss man unbedingt alles vor Ort haben in unserem digitalen Zeitalter? Ich hab gestern mit einer Mutter eines Down-Kinds telefoniert, die an der Nordsee wohnt. Die hatte vielleicht nen super Tipp für mich. Es gibt hier vor Ort auch eine Gruppe, wo ich aber nicht hingehen (kann), aber wenn ich – wie jetzt- ne Frage habe, maile ich die an, klappt auch wunderbar.

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