WMDEDGT, Tagebucheintrag 5. März 2017

Monat für Monat fragt Frau Brüllen am 5., was man eigentlich den ganzen Tag macht. So sah der 5. März 2017 in meinem Leben aus…

Es ist bereits halb 12 mittags, als ich die erste autonome Handlung des Tages vollziehe: eine Gratulation via Whatsapp. Ein befreundetes Pärchen bekam letzte Nacht das zweite Kind, und wir durften quasi live mitfiebern, denn wir wurden bereits infomiert, als es in den Kreißsaal ging.

Ich fieberte etwas zu doll mit. Denn als ich letzte Nacht um 0:10 Uhr ins Bett ging, war ich ziemlich betrunken. Gestern Abend machten der Liebste und ich nämlich ein kleines Rumtasting. Zum Schluss wollte ich unbedingt noch den tiefgekühlten Neisson Esprit probieren. Das waren zwar nur 2 CL, aber 70 % Alkohol. Anschließend gab es dann noch 2 CL von meinem geliebten Shrubb (spezieller Orangenlikör aus der Karibik). Das war wohl alles ein bisschen viel.

Der gestrige Abend führte dazu, dass ich heute Morgen um 5:33 Uhr aufstand, Richtung Badezimmer ging und mir nicht sicher war, wie lieb ich die Schüssel haben würde. Es kam aber nichts. Also legte ich mich auf den Badezimmerboden, wo es schön kalt war. Lange konnte ich aber nicht liegen bleiben. Ich bekam Durchfall. Hoffentlich kommt es jetzt nicht auch noch oben raus..

Irgendwann legte ich mich aufs Sofa. Ich wollte den Liebsten nicht wecken, er schlief so selig. Nach einer Weile tigerte ich wieder zurück ins Bad, legte mich dort wieder auf den Boden und hoffte, endlich brechen zu können. Ich fühlte mich so elendig. Mir war kotzübel. Und mein Magen knurrte. Helles Toast, das könnte helfen, dachte ich. Aber ich blieb erstmal leidend auf dem Boden liegen.

Um 7:38 Uhr schleppte ich meinen Kadaver in die Küche, holte das helle Toast und ging zurück ins Bett. Der Liebste fragte, wie es mir geht. „Total scheiße.“ Mindestens. „Normalerweise ist einem nur 2-3 Stunden richtig schlecht, dann geht es wieder“, erklärte er. Super, dann habe ich ja nur noch eine Stunde vor mir.

Ich schlief wieder ein und wachte noch ein paar Mal auf, ehe ich mich um 11:15 Uhr endlich fit genug fühlte, um aus den Federn zu springen aufzustehen.

Ich bin noch nicht zu viel zu gebrauchen, deshalb fläze ich mich nach der Gratulations-Whatsapp mit dem Laptop aufs Sofa und lese meine abonnierten Blogs, während der Liebste Fotos für einen Kalender raussucht. Hin und wieder zeigt er mir ein paar. Bilder vom Anfang unserer Beziehung. Auf einem trage ich einen seiner Pullis und stelle bestürzt fest, dass ich das nicht mehr tue. Das Beziehungsstadium gefällt mir überhaupt nicht. „Danach kommt nur noch das Beziehungs-Aus“, pflichtet er mir nickend bei. Ich glaube, er will mich ärgern. Aber ich habe immer noch ein paar Alkoholnachwehen. Die einzige Rolle, die ich gerade spielen kann, ist die des sterbenden Schwans, z. B. so:

„Ich darf deine Pullis ja auch nicht mehr tragen.“

„Du hast mir wahrscheinlich genau deswegen eigene gekauft.“

„Früher hast du mir extra deinen Pulli ins Bad gelegt, damit ich ihn nach dem Duschen direkt anziehen konnte. Wenn du das heute machst, legst du meinen dahin.“

Er versicherte mir dann aber doch, dass ich seine Pullis jederzeit anziehen dürfe. Oh, Liebster, das ist die Büchse der Pandora… :-)

Eigentlich ist sonntags unser sportlicher Spaziergang-Tag. Vor einigen Wochen flehte der Liebste: „Heute nur eine kleine Runde, 10 km.“ Heute hätte ich gefleht: „Höchstens 5 km!“ Denn die Katerstimmung ist enorm. Und daher bin ich umso empfänglicher für den Vorschlag des Liebsten, einen Couchtag einzulegen. Erst protestierte ich… „Aber ich bin doch in meiner 30-Tage-Sport-Challenge! Andererseits bedeutet die Challenge aber nicht, dass ich Sport machen soll, wenn es mir scheiße geht… okay, überredet, Couchtag!“

Danach ging der Liebste in die Küche und bereitete unser Essen zu. Es gab Thai-Küche, Cashew-Hühnchen. Mhm, ein göttliches Gericht. Kurze Zeit später folgte ich und sprach mit ihm über ein paar Dinge, die meine Arbeit betreffen. Ich muss mit meinem Vorgesetzten ein Gespräch über drei wesentliche Dinge führen. Nichts davon wird angenehm. Der Dialog mit dem Liebsten hilft mir, für mich selbst Klarheit zu bekommen und Verschiedenes einordnen zu können. Mal sehen, was das baldige Gespräch geben wird.

So lecker das Cashew-Hühnchen auch war, ich habe nicht aufgegessen. Mir ging es nicht gut. Als ich gerade beim Abräumen half, fragte der Liebste: „Darf ich dich in einer Stunde beglücken?“ „Äh, wie bitte?“ Er lachte. „Mit Eis. Darf ich dich gleich mit Eis beglücken?“ (Sonntags ist übrigens auch unser Eis-Tag.) Ich grinste und zitierte einen Spruch. „Ich bin ja sooooo voll…. – Möchtest du Eis? – Eis? Ja, Eis geht!“ Der Liebste guckte. Dann zitierte ich einen anderen Spruch, ganz ähnlich. „Ich bin ja soooo müde und fertg….. – Sex? – Ja, Sex geht.“ Wir grinsen. Schon meine Oma wusste: Eis rutscht immer. Überall. ;-)

Als wir die Küche gesäubert hatten, schmissen wir die Waschmaschine an und beschlossen, Kung Fu Panda 3 zu Ende zu schauen (auf unserem coolen 3D-Fernseher). Gestern Abend bin ich nämlich nach der Hälfte eingeschlafen. „Wenn du diesmal nicht einschläfst, bekommst du das Eis auch wirklich…“ Ich bin natürlich nicht eingeschlafen. (Und möchte an dieser Stelle eine absolute Empfehlung für Kung Fu Panda 3 aussprechen.)

Als der Liebste in den Keller ging, um das Eis zu holen, kam und kam er nicht wieder. Hach, toll, er hängt noch die Wäsche auf. Dachte ich. Nach einer halben Stunde kam er zurück. Ohne Eis.

„Die Waschmaschine ist kaputt“, verkündete er. Oh nein… Aber vielleicht hat er die Wäsche ja trotzdem aufgehangen?

„Sie pumpt nicht mehr ab. Ich habe gerade 20 Liter Wasser aus der Maschine gelassen und den ganzen Waschraum geflutet.“ Das Flusensieb, jede Wette.

Ich ging mit ihm hinunter. Zusammen werkelten wir 45 Minuten an der Maschine rum und bekamen sie wieder zum Laufen. Es war natürlich das Flusensieb. Die Wäsche war übrigens noch nicht aufgehangen. Das erledigten wir nun zusammen. Und danach gab es Eis. Wohlverdient!

Wir haben inzwischen halb sechs. Der Tag neigt sich langsam dem Ende, als der Liebste fragt, ob ich meine Bauchmuskeln noch trainieren möchte. Ich bin zunächst etwas irritiert. Als er dann allerdings sagte, er hätte gestern auf dem Teppich ein paar Crunches gemacht, musste ich handeln. „Wenn ich aufhöre fett zu werden, machst du noch mehr Sport?“, lacht er. So stimmt das natürlich nicht (ganz abgesehen davon, dass er nicht annähernd fett ist oder wird).

Als wir uns kennenlernten, war er die reinste Sportkanone. Ich nicht. Ich hasste Sport. Durch ihn entdeckte ich allerdings meine Freude an der körperlichen Ertüchtigung. Gleichzeitig führten die Lebensumstände dazu, dass er seinen Sport seit einiger Zeit nicht mehr wie gewünscht ausüben kann. Aber jetzt nehmen wir uns die Zeit.

Eine Stunde später quälte ich den Liebsten mit ein paar HIIT-Einheiten. Danach quälte er mich mit einem Torwarttraining. Als ehemaliger Torhüter in der Verbands-, Ober- und Regionalliga kennt er da wirklich ein paar fiese Übungen…

Unterm Strich hat die kleine Sporteinheit aber gut getan. Wir finden, dass wir das viel öfter tun sollten. Hätte auch den Vorteil, dass wir dann noch öfter Eis essen könnten…

Zum Abschluss des Tages werden wir noch den Film „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (absolute Filmempfehlung!) schauen, ehe ich mich zum Schlafen an den Liebsten kuschle und den Katertag hinter mir lasse.

Nie wieder so viel Alkohol.

Das habe ich mir schonmal geschworen. Und 13 Jahre durchgehalten.

 

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9 Gedanken zu “WMDEDGT, Tagebucheintrag 5. März 2017

  1. Nie wieder Alkohol? Kenne ich. Hat nicht geklappt.
    Aber weniger und nur gezielt – das geht ganz gut.
    Ich hoffe es geht dir inzwischen wieder besser.
    LG
    Wibi

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  2. Nein, Jule! Ich war Samstag beim Gin-Tasting!
    Mir ging es bei weitem nicht so schlecht wie dir, aber Alkohol ist Alkohol und wirkt auf seine ihm bekannte Weise.
    Habe mich gestern auch um das Fitnessstudio gedrückt um dann später wenigstens Bauchübungen und ähnliches auf dem Boden zu machen. Und danach gab’s Pad Thai mit Huhn zu Herr der Ringe xD
    Noch 9 Tage! Das wär ja gelacht!
    💪💪💪

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