Mensch unter Menschen

Das abtrünnige Leben seiner Tochter war ihm schon immer ein Dorn im Auge. Erst weigerte sie sich Jura zu studieren und seine Starkanzlei zu übernehmen, und jetzt wollte sie auch noch heiraten.

Einen Neger!

Als die Einladung zur Hochzeit kam, war er außer sich vor Wut. Wie konnte sie nur so undankbar sein? Er hatte so viel für sie getan, so viel investiert und in die Wege geleitet – und dann das!

Er hatte nie gelernt zu akzeptieren, dass sie ihren eigenen Kopf besitzt und ihre ganz eigene Vorstellung von einem erfüllten Leben hat. Und so stieg sie gegen alle Widerstände des Elternhauses bereits zwei Tage nach der Vermählung mit ihren sieben Sachen in den Flieger Richtung Afrika.

„Vergiss nie, wo du hingehörst“, war alles, was der Staranwalt sagte, bevor sie im Gate verschwand.

„Dorthin, wo ich Mensch unter Menschen bin“, war das letzte, das sie zu ihm sagte.

Der Text entstand im Rahmen des Schreibprojekts 9+1 (KW 13). Der vorgegebene Satz lautete: Vergiss nie, wo du hingehörst.

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2 Gedanken zu “Mensch unter Menschen

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