WMDEDGT, Tagebucheintrag 5. April 2017

Was ich eigentlich den ganzen Tag mache, fragst du, Frau Brüllen? Schau mal hier:

Nachdem der Wecker des Liebsten geklingelt hat (ausnahmsweise ziemlich früh, um 06:15 Uhr), konnte ich nicht mehr schlafen. Und da der Herr einen früheren Termin hat als ich, lasse ich ihm den Vortritt im Bad.

Wenn man es genau nimmt, habe ich heute eigentlich gar keine Termine außerhalb meines üblichen Jobs – der einzige terminfreie Tag in dieser vollgepackten Stresswoche. Und genau deswegen (und weil dem Liebsten das Bett dieses Wochenende alleine gehört) werden der Liebste und ich heute einen ausgiebigen Abend nur für uns verbringen, Arbeitsthemen sind dabei tabu – ganz bewusst, denn aktuell ist die Arbeit allgegenwärtig. Vor dem Einschlafen, direkt nach dem Aufwachen, beim Abendessen, zwischendurch. I-m-m-e-r.

Als das Bad frei war, kramte ich meine Schminke raus und machte irgendwie einen Menschen aus diesem müden Etwas im Spiegel. Das mache ich zurzeit sehr gerne, denn ich habe vor anderthalb Wochen 150 Euro für Schminke und Equipment ausgegeben. Dem Liebsten gegenüber rechtfertigte ich es unaufgefordert viermal. Schließlich kann ich in Zukunft nicht mehr grobmotorisch geschminkt rumlaufen.. Jetzt, wo so große, spannende Veränderungen anstehen, die ein gewisses Äußeres und ein damit verbundenes Auftreten erfordern.

Der Liebste findet mich zwar direkt nach dem Aufstehen am schönsten, aber er macht mir trotzdem noch ein Kompliment, ehe er ins Büro flattert. Ich korrigiere noch fix anderthalb Seiten einer Masterarbeit, ehe ich mir zwei Toasts in den Mund schiebe und mich ebenfalls auf den Weg Richtung Büro mache – allerdings nicht, ohne nochmal beim Bäcker anzuhalten. Heute ist Fresstag, hat mein Körper beschlossen.

Im Büro komme ich endlich mal wieder dazu, etwas offensichtlich Produktives zu tun. Die letzten beiden Tage habe ich meinen Assistenten bespaßt, der erst vorgestern angefangen hat. Ich überlege mir lieber schonmal, womit ich ihn am Montag beschäftige… Und anschließend verbringe ich viel zu viel Zeit auf den Seiten der Deutschen Bahn. Mist, wo ist der Assistent, wenn man ihn braucht..?

Zwischendurch rief ich beim Arzt an und freue mich über die Nachricht, dass meine Blutwerte das erste Mal seit Monaten alle wieder im grünen Bereich sind. Und da ich mit dem Liebsten heute sowieso karibischen Orangenlikör genießen wollte, steht dem nun nichts mehr im Wege. Ich frage mich nur, warum mir seit einiger Zeit immer wieder schummrig wird, warum mein Kreislauf schwach ist und ich mich unterzuckert fühle, obwohl ich gut esse. Ich beschließe, zum Arzt zu gehen, wenn das in den nächsten Tagen nicht besser wird. Die Arzthelferin am Telefon befürwortet meine Entscheidung (ha, neues Quartal, deshalb!).

Nachdem ich mich eine Stunde später einmal, zweimal, dreimal … tausendmal kurz über meinen Vorgesetzten geärgert habe, bin ich recht erleichtert, dass er mal wieder verplant hat, die Termine zu koordinieren und ich nun alleine mit der „Kundin“ bin. So hält mich niemand durch sein Gequatsche von der Arbeit ab und ich kann die „Kundin“ bequatschen wie ich lustig bin. Sie geht am Ende sehr zufrieden nach Hause. Aber das wusste ich vorher schon. Weil ich weiß, was ich tue und was die „Kunden“ brauchen – gerade dann, wenn ich mit ihnen alleine bin (ist nicht so „uhlala“, wie es klingt ;-)).

Danach rief der Sport. Wir haben gerade mal kurz nach 12, und ich habe bereits zwei trockene Toastbrote, zwei Laugenstangen, ein paar Gummibärchen und ein Kartoffelbrötchen gegessen und bin immer noch nicht satt. Hmpf. Ich fahre Richtung Fitnessstudio und hole mir (ja, tatsächlich unmittelbar vor dem Sport) noch zwei Kugeln Eis. Cookies und Trüffel, ein kleines Himmelreich.

Danach quälte ich mich eine Stunde mit Ausdauertraining und dem Lesen des Harvard Business Managers. Irgendwie nicht mein Tag, alles fühlt sich zäh und anstrengend an. Ich bin heilfroh, als ich das Fitnessstudio wieder verlassen kann. Und fahre dann erstmal zum Bäcker. Ein süßes Teilchen holen. Ich sag ja: Fresstag. Zu Hause angekommen gibt es dann noch einen Kinderriegel und Lakritz. Verdammte Axt, heute bin ich dem Heißhunger wirklich hilflos ausgeliefert!

Ich erledige fix ein paar Tätigkeiten im Haushalt und wende mich dann wieder der Korrektur der Masterarbeit zu. Übersteht man sowas überhaupt ohne Nevennahrung? Wissenschaftliche Arbeiten sind meist sehr zäh – erst recht, wenn man sie bekommt, um sie zu verbessern. Legerer Ausdruck, Wiederholungen, zu viel Geblubbere, deutlich mehr Seiten, als man schreiben darf.. aber ich kriege das schon hin. Nach stundenlanger Korrektur hat bisher jeder ein deutlich besseres Exemplar seiner Arbeit in der Hand gehalten. Das wird auch diesmal so sein.

Wenn mir die Konzentration flöten geht oder der Kopf zu sehr raucht, lenke ich mich ab, indem ich meine Sachen für das bevorstehende Wochenende packe. Dann beginnt nämlich endlich meine lang ersehnte Fortbildung! Ich kann es kaum noch erwarten und bin unfassbar gespannt auf das, was ich in den nächsten zwölf Monaten lernen werde, ehe ich mich zertifizierter Business Coach nennen darf.

Das ganze Spiel treibe ich so lange, bis der Liebste kommt. Und jetzt zählen nur noch wir. Endlich.

Schönen Abend noch!

 

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2 Gedanken zu “WMDEDGT, Tagebucheintrag 5. April 2017

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