Ein High Five auf die Behinderung

Hi, ich bin Jule. Und ich bin behindert. Ab heute offiziell.

„Sie gehören zum Personenkreis der behinderten Menschen.“

So steht es in dem Feststellungsbescheid, den ich heute, ein halbes Jahr nach der Beantragung eines Behindertengrades, endlich bekam.

„Mhm, mehr als ich dachte“, murmle ich.

„Yeah, High Five!“, sagt der Liebste.

Ich zögere. Ich habe nämlich aktuell einen akuten Schub. Den ersten seit anderthalb Jahren. Dass das zeitlich zusammenfällt, ist doch irgendwie ähnlich dramatisch wie am Weltnichtrauchertag mit dem Rauchen aufzuhören.

 

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20 Gedanken zu “Ein High Five auf die Behinderung

    1. Ich könnte dir selbst nicht mal sagen, was angemessen ist.

      Es ist nicht so, dass ich Freudensprünge mache, schließlich steckt die Krankheit dahinter. Aber es ist immerhin so, dass ich doch sehr erleichtert bin, direkt anerkannt zu werden und mich (noch) nicht in die bürokratische Mühle werfen muss.

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  1. Nicht schön, dass du einen akuten Schub hast. Aber wenn du das so betonst, dass der GdB höher als gedacht ausgefallen ist, wird er wohl in dem Bereich liegen, wo es sinnvoll ist, ihn zu haben. Natürlich immer in der Hoffnung, dass man ihn nicht benötigt, weil es wirklich nicht anders als mit diesen „Vergünstigungen“ geht.

    Wundert mich nur, dass die so lange gebraucht haben. Bei meiner Tochter und mir ging das seinerzeit innerhalb weniger Wochen.

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    1. Ich hatte mit 10 gerechnet. Drunter kann man ja gar nicht liegen. Aber eine Schwerbehinderung ist es auch nicht. Minimale steuerliche Vergünstigungen, das wars.

      Mir ging es aber auch mehr darum, dass der GdB bestätigt und eingetragen ist. Wenn es mal schlechter läuft, hat man auf der Basis oftmals bessere Chancen, eine Erhöhung zu kriegen.

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      1. Okay, ich hätte gedacht, dass das höher bewertet würde, weil es ja tatsächlich eine Krankheit mit konkreten körperlichen Beeinträchtigungen ist.

        Stimmt schon, was du schreibst. Das war auch für mich der Grund, seinerzeit den GdB zu beantragen, obwohl klar war, dass es nicht zu 50% reichen würde.

        (Das liest sich immer so, als sei es ein erstrebenswerter Zustand, eine Behinderung zu haben. Verkehrte Welt.)

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  2. Das mit dem Schub tut mir Leid! Ob man zum GDB gratulieren soll, ist natürlich eine Frage, aber ich tu’s mal einfach, denn Widersprüche einlegen etc. ist ja auch nervig. Ich hoffe, Du kriegst das Rheuma mit Medis rasch wieder gezähmt!

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    1. Meine Schübe sind nach zwei, spätestens drei Tagen normalerweise vorüber.W itzigerweise schaue ich morgen sowieso beim Spezialdoc vorbei. Zufälle gibt’s… ;-)

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  3. Naja, meine Einschränkungen im Gegensatz zu anderen Menschen halten sich ziemlich in Grenzen, wenn man die Schmerzen nicht bedenkt. Und die Schmerzen werden bei der Feststellung grundsätzlich ignoriert. Man könne ja Tabletten nehmen. Dabei sind oftmals die Schmerzen das eigentliche bzw. einschränkende Problem..

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  4. Hallo liebe Jule,
    das Du einen Schub hast ist natürlich alles andere als gut. Andererseits hast Du mit der Feststellung des Behindertengerades einen wichtigen Kampf gewonnen. Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe selbst einen Behindertenausweis mit 100% wg Spina bifida. Meinen Kampf haben meine Eltern in den 80er Jahren für mich gekämpft, denn damals sagte ihnen niemand das es diese Möglichkeit überhaupt gibt. Du wirst sicher noch viele Schlachten schlagen müssen und dafür wünsche ich Dir, genau wie für den weiteren Verlauf der Erkrankung ganz ganz viel Glück. Ich hoffe, dass Du noch ganz lange ein selbstbestimmtes Leben führen kannst und nicht unnötige Steine in den Weg gelegt bekommst. Liebe Grüße Lesefreundin

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  5. Wünsche dir, dass der Schub bald vorbei ist und möglichst wenig Schaden anrichtet.
    Ein typisches Gespräch meiner Eltern, beide mit allerhand Prozent: „Alter, bist du behindert?!!“ – Fett grinsendes „ja!“
    Hängt von einem selbst ab, was man draus macht.

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  6. Liebe Jule, mein GdB habe ich mit 18 bekommen, ich habe mich echt dafür geschämt. Quatsch, ja, na klar. Irgendwann wurde mir klar, dass er ja nichts an meinem Befinden ändert und heute, weiß ich die Vorteile durchaus zu schätzen.

    Liebste Grüße Ela

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  7. Ich habe MS seit 15 Jahren und erst seit drei Jahren einen GdB. Mich hat eigentlich – wie bei allem – der Papierkram gestört. Und als ich noch gearbeitet habe, wollte ich keine „offizielle“ Behinderung, weil ich Angst hatte, bei einem Job Wechsel schlechtere Karten zu haben. Kleine Firmen müssen ja keine Behinderten einstellen und tun es oft auch nicht wegen des erhöhten Kündigungsschutzes.

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  8. Also liken will ich das jetzt nicht wirklich… Schön dass du den Bescheid hast, der dir hoffentlich dein Leben in manchen Bereichen leichter macht. Schade dass du gerade wieder körperlich leidest. Ich wünsche dir alles gute! LG

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  9. Liebe Jule,
    ich freue mich wirklich für dich. Du hast schließlich die körperlicher Probleme und bist dadurch eingeschränkt. Also ist es nur absolut richtig das du „Vorteile“ die du dafür bekommen kannst, auch erhälst und in Anspruch nimmst. Du hast es dir schließlich nicht ausgesucht.
    Für deinen aktuellen Schub wünsche ich dir gute Besserung.
    Wibi

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