Geschichten aus der Domstadt

Situationen, die ich mag:

„Ey, du siehst aus, als ob du Wolfgang Petry hörst“, meinte der Typ in der Kölner Innenstadt zu irgendeinem Fußgänger.

Dann ging ich vorbei.

„Ey, du siehst aus, als…“

„Als ob WAS?!“, sage ich scharf, drehe mich um und fixiere ihn mit meinem Blick.

„Oh, wow. Also.. bevor du mich jetzt schlägst.. äh…“, stammelt er.

Ich lache.

„Komm, eine Chance hast du.“

„Naja. Habt ihr Lust auf eine Schlagerparty?“

„Nope.“

„Okay. Kannst du mir dann noch einen Gefallen tun? Kannst du meinen Freunden dahinten den Mittelfinger zeigen?“

Sie lachten schon dämlich rüber. Ich grinste. Meinetwegen, die Männer haben Humor. Ich zwinkerte noch dazu. Damit es auch offensichtlich Spaß ist.

Und dann gehen wir weiter.


Situationen, die ich nicht mag:

Ich sitze mit einer Freundin auf ein paar Treppen nahe des Rheins. Wenige Meter von uns entfernt sitzt ein älterer, unbeweglicher Herr. Daneben seine Tochter, sein Schwiegersohn und das volljährige Enkelkind.

Und dann kam der besoffene Irre.

Er warf plötzlich seine Bierdose in Richtung der Gruppe. Völlig grundlos. Die Hose des Schwiegersohns war von oben bis unten vollgesaut. Die Enkeltochter besprenkelt. Der ältere Herr sichtlich geschockt. Und die Tochter schimpfte bereits wie ein Rohrspatz.

Der Besoffene warf noch ein paar Beleidigungen hinterher und zog von dannen.

Die Familie ging ebenfalls.

Wenige Zeit später nahm ein Pfandsammler die Dose mit.

Als ob es nichts geschehen wäre.

 

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3 Gedanken zu “Geschichten aus der Domstadt

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