WMDEDGT, Tagebluchbloggen am 5. Juli 2017

Huch, fast hätte ich es vergessen – das Tagebuchbloggen! Gut, dass die Blogger, denen ich folge, dran gedacht haben… :-)

Heute war aber auch ein voller, ereignisreicher Tag.

Um 07:45 Uhr klingelte der Wecker. Aber ich dachte immer nur an eins: „In anderthalb Stunden kommt die Lehrerin.“ Es ist nämlich so, dass wir aktuell (und zum ersten Mal) einen Schülerpraktikanten haben. Vergangene Woche, wo er anfing, habe ich quasi nicht gearbeitet, sondern einen Haufen Überstunden durch Praktikantenbespaßung angesammelt. Ich hätte ihn auch „abschieben“ können, aber dann hätte er wohl nichts gelernt. Und ich glaube, er hat einiges für sich mitgenommen. Gegenüber Frau Z., seiner Lehrerin, hat er sich jedenfalls positiv geäußert. Am Ende wurde noch ein Bild gemacht – von Frau Z., dem Praktikanten und mir. Das soll in mehrere Zeitungen und natürlich auch ins Internet. Merke: Niemals wichtige Fotos von Laien machen lassen. (Der Liebste kommentierte es nur mit: „Das ist aber nicht deine Schokoseite.“)

Anschließend hatte ich ein wenig Zeit, bevor um 11 Uhr der nächste Termin anstand. Besprechung mit einem meiner Teams. Fragen, diskutieren, fragen, skeptisch gucken, diskutieren, fragen, anregen, vorschlagen, lachen, einen blöden Spruch klopfen, sich alles anhören und zeigen lassen, vom Enthusiasmus angesteckt sein. Ja, Besprechungen mit den Teams sind toll. Besser noch: Meine Teams sind toll. :-)

Ich flitzte übrigens ständig in die Küche – dort gab es nämlich leckere Überbleibsel von der Kick-off-Party vergangenen Abend. Brötchen, Salat, Nachtisch.. Es war ein Träumchen. Aber gut, es war auch eine verhältnismäßig elitäre Party. Hochkarätige Unternehmen, die einem hochinnovativen Start-up frönen und Geld zuschießen. Und mit dem Geld macht man dann natürlich erstmal eine Party. Hätte für mich schlechter laufen können. ;-)

Vor dem nächsten Termin: helle Aufregung in der Küche! Nicht etwa wegen des Essens. Nein, nein. Wegen eines enorm großen Tieres! Wirklich enorm groß! Mir war direkt klar, was ich zu tun hatte: Mach ich Foto, tu ich Facebook. Das Foto hatte mein Kollege allerdings schon gemacht. Diesmal war es echt brauchbar. Diesmal war der Fotograf aber auch ein deutlich besserer.

Im Laufe des Tages fanden wir raus, dass es sich um einen Pappelschwärmer handelt. Ihr solltet ihn unbedingt googlen. Das Tier ist wirklich… speziell. Es ist übrigens ein Schmetterling. Und ich glaube, das ist meine Traumatisierung des Tages. Es gibt hässliche Schmetterlinge.

Um 13 Uhr stand der nächste Termin an. Ich hatte zwar schon schlimmere, aber das war fast pure Zeitverschwendung. Wozu nimmt man Dienstleistungen in Anspruch, die einem etwas bringen sollen, wenn man völlig unbeteiligt, fast schon desinteressiert teilnimmt? Sowas ärgert mich zunehmend. Meine Zeit wird immer kostbarer. Gerade durch die aktuell anstehende Gründung.

Nach dem Termin arbeitete ich noch ein, zwei Sachen ab, ehe um 15 Uhr wieder einer auf dem Plan stand. Heute kam wirklich einiges zusammen. Aber es war nochmal eine Besprechung mit einem meiner Teams – also ein guter Termin. Es gab viele spannende Sachen zu berichten. Und während wir sprachen, kam mir ein Gedanke für meinen Blog, besser gesagt: für einen neuen Blog. Einen Nebenblog sozusagen.

Und zwar für einen Blog, der sich ausschließlich ums Rheuma dreht – eine Krankheit, die fälschlicherweise als alte-Leute-Krankheit wahrgenommen wird, die grausam ist, weil sie sehr viel Lebensqualität nimmt, und trotzdem wenig Beachtung findet. Die Forschung interessiert sich kaum dafür. Das Umfeld auch nicht. Selbst mein Rheumatologe besaß die Dreistigkeit mir kürzlich zu sagen, mit 30 % Behinderungsgrad (den man bei Rheuma auf Antrag übrigens immer kriegt) könnte ich mehr als zufrieden sein, ich hätte ja de facto keine Einschränkungen. Oh, doch, die habe ich sehr wohl! Ich kann viele Dinge nicht tun. Mir geht es (noch) besser als vielen anderen, keine Frage, aber ich kann trotzdem nicht alles tun. Oder darf es nicht. Mich ärgerte diese Bewertung jedenfalls. Und durch meine Videos bei Youtube weiß ich, dass das Thema auch andere beschäftigt, dass andere den Austausch suchen, auch mal von sich berichten möchten, mal auf ihr Leben mit der Erkrankung aufmerksam machen wollen. Den Gedanken lasse ich noch etwas reifen, glaube ich.

3,5 h Überstunden später verließ ich das Büro, um kurz darauf beim Frisör zu sitzen und mir Artikel über Politik, eine dicke Yogalehrerin und das Seelenleben von Mörderinnen durchzulesen. Um 18 Uhr war ich 43 Euro leichter, auf dem Kopf wieder schimmernd rot und irgendwie auch ziemlich geschafft.

Als ich zu Hause ankam, wurde ich bereits vom Liebsten empfangen. Er versprach mir Eis. Eis ist immer super. Das Pistazieneis von Cremissimo sowieso. Ich verdrängte den Gedanken daran, dass ich in 38 Tagen in den Urlaub fliege und die Bikinipanik langsam kommt. Den Urlaub haben wir übrigens gestern gebucht. Es geht nach Abu Dhabi. Sommer, Sonne, Meer, Palmen, Hotel mit Meerblick, Doppelzimmer Deluxe, Halbpension, 9 Restaurants und mindestens eines hat einen Schokobrunnen (so viel zur Bikinifigur… :-))…

Nach dem Eis setze ich mich an eine Bachelorarbeit, die zurzeit bei mir in Korrektur ist. Und schließe sie endlich ab. Ein Ding weniger an den Hacken. Dafür wird der Druck in anderer Richtung groß. Gründung, Gründung, Gründung. Hinzu kommt, dass ich diese Woche einen sicheren Job abgelehnt habe, für den ich fest eingeplant war. Und eigentlich war ich entschlossen, ihn anzunehmen – damals, vor vier Monaten, als ich die Karten auf den Tisch legte und meinem Gegenüber die Möglichkeit gab, mich für diesen Job zu gewinnen. Es passierte Folgendes: Nichts.

Euer Pech. Meine Entscheidung gefallen. Und auch das mehrmalige Nachfragen, ob es wirklich feststeht, ändert nichts mehr daran.

Mein Leben bleibt spannend….

 

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