Auf ein Wort #1

Da liegt was in der Luft. Keine Ahnung, was los ist, aber so viel weiß der Mann von heute: Sie hat was. Irgendwas. Von einer winzig kleinen Missstimmung bis zum kurz bevorstehenden Atomkrieg könnte alles sein. Jede weitere Reaktion gleicht nun einem Topfschlagen im Minenfeld. Was tun, fragt sich der interessierte Mann von heute. Fragen! Hervorragende Idee, miteinander reden ist ja immer gut.

Also fragt er: „Was ist?“

Und sie antwortet: „Nichts.“

Bravo. Und jetzt? Nochmal fragen! Vielleicht will sie, dass man sich bemüht. Hartnäckigkeit zeigen! Ja, das könnte der richtige Weg sein, denkt er.

„Ist wirklich nichts?“, will er erneut wissen.

„Jup.“

Und trotzdem weiß jeder: Doch irgendwas ist. Aber jetzt hat er auch keinen Bock mehr nochmal zu fragen.

Warum bekommt man(n) darauf eigentlich so selten eine „vernünftige“ Antwort? Ich sag’s euch: Weil die Frage meistens scheiße ist. Sie führt nicht wirklich dazu, dass man miteinander redet.

Selbst wenn kein genervter oder gereizter Unterton mitschwingt, wird die Frage oft als Vorwurf oder Aufforderung zur Rechtfertigung empfunden. Das kann man natürlich dann besonders gut gebrauchen, wenn einem ohnehin schon irgendeine Laus über die Leber gelaufen ist.

Liebe Männer, ich habe hier einen brandheißen Tipp für euch. Fragt eure Liebste demnächst nicht mehr „Was ist?“, sondern formuliert die Frage ein wenig um, zum Beispiel:

„Was geht gerade in dir vor?“

oder:

„Was beschäftigt dich gerade?“

Außer ihr wollt Schweigen und Blicke, die euch töten, weil ihr partout nicht erratet, was sie hat und euch schon gar nicht angemessen verhaltet. Dann ist der bisherige Weg der richtige.


Aktuell befinde ich mich ja in der Ausbildung zum Coach. Durch das, was ich lerne, stelle ich so viele Kommunikationsmuster auf den Kopf und merke, wie sich die Qualität meiner Beziehungen und Dialoge massiv verändert. Es ist beeindruckend, welche Macht und Energie Worte haben. In die eine und in die andere Richtung. Das, was ich lerne, möchte ich gerne festhalten – und auch teilen. Daher die Reihe, die euch in Zukunft kurz und knackig ein paar Tipps für eine erfolgreichere Kommunikation anbietet.

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12 Gedanken zu “Auf ein Wort #1

      1. Aber dann finde ich es tatsächlich eher bescheuert, dass die Frage durch den Mann anders formuliert werden muss, wenn die Frau den Part hätte, beiden das Leben leichter zu machen.

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      2. Es geht darum, den Zugang zum anderen zu kriegen. Und je nachdem wie Fragen gestellt sind, neigt man eher zur Blockade, während bei anderen eine offenere Haltung kommt.
        Wie man Fragen am Ende stellt und was man von anderen erwartet, bleibt jedem selbst überlassen. Aber man kann sich das Leben manchmal mit kleinen Kniffen ein wenig leichter machen.

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      3. Ich sehe durchaus ein, dass vieles eine Frage der Formulierung sein kann. Aber in deinem Beispiel sorgt die Frau ja auch nicht wirklich mit einem Zugang zum Mann, zumal es die typischste und von mir (wie du wahrscheinlich mitkriegst) die verhassteste Frauenantwort ist. Ich werde nie verstehen, warum man „nichts“ sagt und jegliche Lösung damit blockieren will.

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  1. Um eine kurze Ergänzung zu deiner Darstellung zu geben:
    In solch einem Fall frage ich manchmal auch nicht nach, weil ich umgedreht manchmal einfach keine Lust habe, über irgendwas zu reden und die Frage, was denn sein möge, als nervig empfinde. Hin und wieder möchte ich Dinge gern mit mir selbst ausmachen, um dann ein paar Minuten später wieder über mich und die Welt lachen zu können und nicht etwas ewig durchkauen müssen, was es gar nicht wert ist.

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