Wie ein Text verständlich wird – Auf ein Wort #7

Ich breche das Lesen von Blogtexten häufig ab, weil ich mich langweile. Zu viel Geschwurbel, zu wenig Story, Emotion oder Relevanz. Meine Zeit ist kostbar und solche Texte verschwenden sie.

Genauso breche ich aber auch Texte ab, denen ich nicht gut folgen kann, z. B. weil auf einem mir unbekannten Gebiet zu viele Fremdworte verwendet werden oder Beschreibungen zu umständlich oder langatmig sind.

Texte müssen nicht kompliziert und langweilig sein. Kein Text muss das! Nicht mal die wissenschaftlichen Fachtexte!

Es gibt laut Friedemann Schulz von Thun, dem wohl bekanntesten Kommunikationswissenschaftler unserer Zeit, vier Regeln für verständliche Texte:

Einfachheit: Der wohl wichtigste Faktor bei der Verständlichkeit. Und der, der die „Gebildeten“ von den „Ungebildeten“ trennt. Deswegen gibt es auch genug, die bewusst nicht verständlich schreiben. Das Behalten und Verstehen der Inhalte wird durch die Einfachheit alleine aber auch nicht garantiert.

Gliederung, Ordnung: Hier geht es um den Aufbau des Textes. Je länger der Text, desto wichtiger ist dieser Punkt. Bei kurzen Mitteilungen oder Texten kann der Leser „verschmerzen“, wenn der Bauplan des Textes nicht besonders deutlich ist.

Kürze, Prägnanz: Weder das kurze Telegramm noch der weitschweifige Text sind lesefreundlich. Das Optimum liegt in der Mitte.

Zusätzliche Stimulanz: Dieser Teil dient als Sammelbecken für verschiedene Stilmittel. Der Leser soll nicht nur intellektuell, sondern auch gefühlsmäßig angesprochen werden – denn das Lesen eines Textes darf und soll Spaß machen.

Ein Leser, der sich unterhalten fühlt, behält mehr im Kopf. Und kommt übrigens auch gerne wieder.

Quelle: Schulz von Thun, Friedemann, Miteinander reden: 1, 54. Auflage, 2017, S. 162 ff.
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9 Gedanken zu “Wie ein Text verständlich wird – Auf ein Wort #7

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