Auf nach Kastellaun!

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Freies Training der VLN am Nürburgri

Was erstmal nicht allzu sexy klingt, war ein richtig schönes Wochenende. Die Ecke rund um Kastellaun ist definitv einen Besuch wert, und wer mag, sieht auch gleich warum.

Auf dem Weg in den Hunsrück machten wir spontan einen Abstecher zum Nürburgring. Wir hatten Glück, es war freies Training der VLN – und deshalb schauten wir nicht nur am Wegesrand zu, sondern beschlossen, auch dem Fahrerlager einen Besuch abzustatten. Davon gibt es allerdings keine Bilder. Als Social Media zugewandte Generation habe ich nur Instastories geteilt. ;-)

Obwohl mich Motorsport nicht interessiert, hat mich das Geschehen rund um den Nürburgring schnell in seinen Bann gezogen. Die bunten, schnellen Autos, das emsige Treiben, die Freude und Leidenschaft der Crews… Es war einfach toll.

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Blick vom Aussichtsturm der Burg

Anschließend fuhren wir nach Kastellaun weiter, wo wir in der Schlummerkiste übernachtet haben – einem schnuckeligen Hostel, das ich euch vorbehaltlos empfehlen kann, wenn ihr nicht allzu geräuschempfindlich seid. Die Wände sind etwas dünn geraten.

Kastellaun hat eine schöne Burgruine zu bieten. Die Burg selbst entstand im 13. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurde sie durch französische Truppen stark beschädigt und anschließend nicht wieder aufgebaut. Da ein Teil des Sprengstoffes im Pulverturm nicht detonierte, ist dieser zu einer Seite bis heute erhalten.

temporaryNach der Burgbesichtigung sowie am nächsten Abend sind wir italienisch essen gegangen, einmal in der L’incontro da Enzo und einmal in der Riviera. Beide Lokalitäten können mit Sonderwünschen sehr gut umgehen – habe ich zuverlässig für euch getestet. ;-) In der Riviera wird die Pizza sogar mit laktosefreiem Käse zubereitet.

Am nächsten Tag stand unser eigentliches Ziel auf dem Plan: die Geierlay. Sie ist eine 360 m lange Hängeseilbrücke in 100 m Höhe. Bis 2017 war sie die längste Hängeseilbrücke Deutschlands. Die längste Hängeseilbrücke der Welt soll sich übrigens in der Schweiz befinden und ist nur etwa 100 m länger.

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Die Geierlay in 100 m Höhe

Wir wollten allerdings nicht nur zur Hängebrücke, sondern auch wandern. Da wir gerne und viel wandern und entsprechend geübt sind, entschieden wir uns für eine lange Tour: die Schieferhöhlenrunde (ca. 15 km). Mit wechselnden Landschaften, einigen Höhenmetern und viel Sehenswertem am Wegesrand haben wir hier definitiv nichts falsch gemacht. Das Überqueren der Hängebrücke ist übrigens kein Bestandteil dieser Rundtour. Man sieht sie allerdings von unten.

Ausblick aus der Schieferhöhle

Der Schieferhöhlenrundweg bot uns natürlich auch eine Höhle. Sie ist vermutlich nicht naturgebildet – darauf deuten jedenfalls Spuren an den Wänden hin. Die Schieferhöhle ist nicht besonders tief, vielleicht 7 oder 8 m. Die Breite dürfte 3 bis 5 m umfassen. Man kann gut in ihr stehen. Klaustrophobische Personen dürften sie problemlos besichtigen können. Der Höhleneingang stellt die schmalste Stelle dar.

Nachdem wir den Rundweg beendet hatten, lag nochmal ein Fußmarsch von etwa 1,5 km vor uns. So lang ist der Weg vom Besucherzentrum zur Geierlay. Näher kann man mit dem Auto nicht heranfahren. Wir waren gegen halb vier nachmittags dort. Auf den anderthalb Kilometern kamen uns sicher 50 Personen entgegen. Die meisten von ihnen recht schick angezogen – zwar mit Turnschuhen, aber nicht im Wanderoutfit wie wir. Wer also nicht wandern, sondern nur über die Brücke gehen möchte, muss dafür nicht besonders gut ausgestattet sein. Ein Paar Sneaker tut es auch.

Die Geierlay

Die Brücke ist sauber, ihr Boden besteht aus dicken Holzbalken, durch die man nicht hindurchsehen kann. Links und rechts befinden sich Drahtseile und Zaun. Es gibt keine Stelle, an der man seinen Fuß oder sein Bein hinausstrecken könnte. Wer unter leichter Höhenangst leidet, kann die Hängebrücke wahrscheinlich ganz gut bewältigen.

Unser Ausflugstag war mit der Geierlay aber noch nicht beendet. Denn in der Nähe befindet sich die Pydna. Die militärische Anlage ist eine ehemalige Raketenbasis der NATO. So mancher wird sie kennen, denn hier findet die Nature One statt. Die Pydna ist seit 1982 außer Betrieb.

Die Burg Eltz und ich (mit Posingtalent, wie ihr seht)

An unserem Abreisetag legten wir einen Stopp bei der Burg Eltz ein. Sie ist im 12. Jahrhundert erbaut und nie gewaltsam erobert worden. Daher ist sie bis heute vollständig erhalten. Zudem ist sie noch immer in Familienbesitz. Sie zählt zu den bekanntesten Burgen Deutschlands und zierte früher mal den 500-DM-Schein. Wer die Burg besuchen möchte, kann einen der zahlreichen schönen Wanderwege nehmen. Oder sich mit dem Shuttle-Bus zu ihr bringen lassen. Wer gut zu Fuß ist, sollte es sich aber nicht nehmen lassen, durch die schöne Natur rund um die Burg zu wandern. Wir sind den romantischen Wanderweg von der Ringelsteiner Mühle aus gegangen. Den kann ich sehr empfehlen. So wie alles andere von diesem Wochenende auch. :-)

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Gegen das Vergessen

Die jüngste Generation der Emiratis ist ungefähr so, wie die dritte Generation der deutschen Unternehmensnachfolger: im Wohlstand geboren und ziemlich sorgenfrei aufgewachsen. Alles läuft, ausreichend Geld ist vorhanden.

Vor gerade mal 50 Jahren war in den Emiraten aber so gut wie nichts von dem Wohlstand zu sehen. Es gab ihn nicht. Er kam erst Anfang der 70er mit Scheich Zayed. Vor 50 Jahren stand hier in Abu Dhabi keine Skyline. Die berühmte Corniche existierte nicht. Stattdessen fand man traditionelle Zelte. Von normalen Gebäuden, wie man sie hier heute zuhauf findet, war man meilenweit entfernt.

Das ist allerdings Teil der Geschichte hier. Die übrigens auch kaum dokumentiert ist. Erst mit Scheich Zayed, unter dem alles besser wurde, fing man an, sie zu verschriftlichen. Man arbeitet gegen das Vergessen und für die eigene Identität. In dem Zuge werden auch sogenannte Heritage Villages errichtet. Sie zeigen als eine Art Freilichtmusem, wie das Leben hier noch vor 50 Jahren aussah. Und genau dort verschlug es den Liebsten und mich gestern hin, ins größte Heritage Village Abu Dhabis.


Von alten Hütten über alte Werkzeuge und alte Brunnen war alles zu sehen. Es ist fast unglaublich, wenn man sich vor Augen führt, dass diese unsägliche Armut noch zu den Jugendzeiten meines Vaters Alltag der Dhabi’in war.

Was bei der Darstellung des damaligen Lebensl auch nicht fehlen durfte, war die Perlenfischerei. Sie war einst eine wichtige Einkommensquelle der Emirate. Jedenfalls solange, bis Japan entdeckte, wie man Perlen züchten kann. Seitdem ging der Handel bergab. Heute werden hauptsächlich Zuchtperlen gehandelt. Nur in Barain ist der Handel mit ihnen verboten. Dort dürfen ausschließlich Naturperlen über die Theke gehen. Unterschiede zwischen Zucht und Natur lassen sich allerdings nur im Labor mit Röntgenstrahlen nachweisen.

Nach dem Besuch des Heritage Villages liefen der Liebste und ich in der prallen Sonne zur Marina Mall, dem größten Einkaufszentrum Abu Dhabis. Die Mall ist zwar nett, insbesondere für Kinder (aber hier kümmert man sich sowieso sehr um die Kinder), dennoch gefällt uns die Abu Dhabi Mall besser.


Die Außentemperatur ist enorm, wir liefen in sengender Hitze, nirgendwo fand sich Schatten. Daher blieben wir solange in der Mall, bis uns die Klimatisierung eine Gänsehaut auf die Arme trieb. Unser nächstes Ziel war der Emirates Palace, das teuerste Hotel der Welt. Hier steigen die Staatsgäste ab, unter ihnen befanden sich auch schon Schröder und Merkel. In direkter Nachbarschaft thront der Präsidentenpalast. Praktisch, so nah zu wohnen.

Wir liefen natürlich zu Fuß von der Mall zum Palace. In der sengenden Hitze, ganz ohne Schatten. Wir sind nämlich Extremtouris, also wahnsinnig.


Der Emirates Palace ist wirklich beeindruckend. Allein der zu ihm gehörige Strand misst über einen Kilometer. Im Inneren gibt es sieben feste Wohnungen für die Emire der sieben Emirate. Jede ist 1.200 qm groß und wird nicht anderweitig vermietet. Es gibt eine Auffahrt, die ausschließlich den Staatsgästen vorbehalten ist, und eine für die sehr gut betuchten Besucher. Hier ist einfach alles XXL, so wie in Dubai auch.

Von bettelarm zu steinreich, das sind die Emirate. Zu verdanken haben sie es ihrem Scheich Zayed, der 2004 verstarb. Während der Vorgänger sehr streng war und alles blockierte, sein Volk geradezu dumm hielt, war Zayed anders. Er hatte eine Vision. Und so rief er die Emire zusammen und schlug die Vereinigung zu einem Land vor. Die Bürger wurden am Reichtum beteiligt, erhielten großzügig Land und zahlen keine bzw. kaum Steuern. Der Scheich träumte von einer grünen Wüste und ließ während seiner Amtszeit 4 Mio. Palmen pflanzen. Außerdem wurden Schulen gebaut und gute Lehrer rekrutiert. Lag die Analphabetenquote früher bei nahezu 100 %, sind die jungen Menschen hier heute sehr gebildet. Damit sie aber nicht vergessen, wo dieses Land herkommt und wie ihre Großeltern gelebt und sich ihr Brot verdient bzw. gebacken haben, besuchen sie mit ihren Eltern die Heritage Villages. Und hier schließt sich für mich der Kreis.

Während sich die Emirate immer noch entwickeln, größer und mächtiger werden, geht unsere Reise heute zu Ende. Es war mir eine Ehre und Freude, in diesem Land Gast sein zu dürfen, dazuzulernen, zu staunen, zu entdecken und für eine kurze Zeit Zeuge einer beeindruckenden Entwicklung zu sein.

Wenn man mich fragt, ob sich ein Besuch in den Emiraten lohnt: Ja, auf jeden Fall. Abu Dhabi sogar noch mehr als Dubai, finde ich. Aber wer Geduld hat, sollte noch ein paar Jahre warten. Hier wird so enorm viel gebaut, dass ich mir sicher bin, dass man in einigen Jahren noch größere Bauklötze staunt.

Nicht aufs Kamel kotzen, bloß nicht aufs Kamel kotzen!

Es war der Tag, vor dem ich mich ein bisschen fürchtete: der Wüstensafari-Tag. Wir starteten wie jeden Morgen mit einem gemütlichen Frühstück vom üppigen Buffet. Irgendwann gingen zwei Mädels an uns vorbei. „Wir waren gestern mit denen in Dubai, kann man dann nicht wenigstens mal ‚Guten Morgen‘ sagen?“, fragt der Liebste, sichtlich not amused. Als sie ein zweites Mal an uns vorbeigingen, grüßten sie dann aber doch. Die Deutschen wieder. Und immer. Immer die Deutschen!

Nach einer ausgiebigen Pool-Session machten wir uns fertig. Gegen Nachmittag sollten wir in die Lobby kommen. Und ratet mal, wer dort saß und auch auf die Abholung wartete. Genau, die Guten-Morgen-Mädels. Hey, das wird ja super.

Eigentlich wars mir egal. Ich war nämlich viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Zugegeben, ich hatte ordentlich Schiss vor der Wüstentour. Mit dem Jeep quer durchs Dünenland. Hoch, runter, sliden… Das Heiligste in meiner Handtasche waren zwei Einkaufstüten. Ich war bereit und gewillt, sie als Kotztüten einzusetzen.


Ich war auch noch so klug, mir wenige Minuten vor der Fahrt 1/3 Liter Cola reinzuziehen. No Risk, no Fun. Oder so.

Noch bevor es losging, waren meine Hände in dem klimatisierten Jeep schweißnass. Das Herz pochte, als wollte es mir aus der Brust springen. Erwähnte ich eigentlich schon, dass ich diese Tortur nur für den Liebsten auf mich nehme? ICH wollte ja eigentlich nur einen Kamelritt..

Und dann fuhr der Jeep gen Wüste. Rauf, runter, über die Düne, bergab wie bei der Achterbahn, danach schräg die Düne runterslidend… ouh, crazy.


Irgendwann dann ein Zwischenstopp. Zeit zum Knipsen (die obigen habe ich während der Fahrt gemacht). Ich war dankbar für die Pause, die mein Magen bekam. Nach einigen Minuten ging es aber schon wieder weiter. Entspannter, dachten wir. Von wegen! Jetzt drehte der Fahrer richtig auf. Während das Auto vor uns einen sehr vorsichtigen Fahrer hatte, spritzte der Sand bei uns in alle Richtungen. Keine Düne war hoch genug, kein Abhang zu steil.

45 Minuten später war alles vorbei. Mein Mageninhalt blieb drin. Allerdings war mir ganz schön flau. Auch wenn ich mir den Dünenritt heftiger vorgestellt hatte, ist er wirklich nicht ohne. Aber der Anblick der Kamele lenkt mich ab.


Es handelte sich allerdings nur um einen Foto-Zwischenstopp. Unser Ziel war ein Beduinencamp. Hier hatten wir die Möglichkeit zum Kamelreiten. Auch wenn mir flau im Magen war: Ich wollte es unbedingt machen! Und dann saß ich auf dem Kamel..

Das Kamel war bockig. Es wollte gar nicht aufstehen. Und dann stellte es die Hinterbeine auf. Sehr schön! Ich sitze nämlich ganz vorne und befinde mich gefühlt in einer 180-Grad-Stellung. Sitzend! Puh. Dann stellte es endlich die Vorderbeine auf und setzte sich in Bewegung. Scheiße, wie das schaukelt! Mir ist schlecht. Nicht aufs Kamel kotzen, bloß nicht aufs Kamel kotzen, denke ich. Es sind nur 60 m, einmal im Kreis. Das schaffst du. Das schaffst du. Nicht aufs Kamel kotzen!

Und dann hatte ich es geschafft. Allerdings musste der Kamelflüsterer dem lieben Kamel erstmal gut zureden, damit es mich auch wieder runterlässt. Ein Abenteuer, das sag ich euch. Gedanklich mache ich drei Kreuze, dass wir nicht die von mir favorisierte dreistündige Kamelreittour gebucht haben. Kamelreiten ist doof.

Ab ins Beduinencamp, da ist es bestimmt besser. Aber erst noch ein Bild vom Sonnenuntergang in der Wüste.



Im Beduinencamp sollten wir unser Abendessen kriegen. Ganz traditionell aßen wir natürlich im Sitzen. Kurz vor dem Essen gab es noch einen Dreher – oder wie auch immer man einen Mann nennt, der sich, ohne Witz, 15 Minuten lang (!) ununterbrochen (!) im Kreis dreht.


Auf interessante Weise beeindruckend. Ich nutzte übrigens noch die Chance, einen Falken zu halten. Falken sind hier Statussymbole. So ziemlich jeder, der Geld hat, besitzt einen.


Dann gab es auch schon Essen. Ich wünschte, ich wäre in unserem Hotel. Dort gibt es nicht nur mehr Auswahl, sondern auch mehr klassische Gerichte und vor allem Essen, das schmeckt. Fans von Gummisohlen und trockenen Pommes sind aber auch im Beduinencamp auf ihre Kosten gekommen.

Nach dem Essen gab es eine Bauchtanzeinlage. Wundervoll! Hat richtig Spaß gemacht, der Tänzerin zuzusehen. Als sie fertig war, wurde im Camp das Licht ausgeschaltet. Zeit zum Sternegucken in der Wüste. Zum Innehalten und Genießen. Und um dem Tag ein würdiges Ende zu geben.


Übrigens, mit den Guten-Morgen-Mädels haben wir uns dann ganz gut verstanden, als sie ungefähr 5 Stunden später mal aufgetaut sind und aus dem gefühlten Verhör mal ein Dialog entstand. Irgendwann knackt man sie dann doch alle. 😉

Ein Cocktail von Menschen

Man könnte den Artikel auch „Dubais zweite Chance“ nennen. Denn dort verschlug es uns gestern hin. Mit dabei war Reiseführer Osama, der uns viel über Dubai und die Emirate erzählte.

Wusstet ihr, dass es in den Emiraten ein Ministerium für Toleranz gibt? Und eins für  Zufriedenheit? Wie cool ist das denn?! Vielleicht haben sie ja auch eins für Zauberei…

Der erste Stopp führte uns zu einem Strand, an dem wir das Hotel Burj Al Arab fotografieren konnten. Fälschlicherweise wird es oft als 7-Sterne-Hotel bezeichnet. Es hat aber nur fünf. Denn mehr als fünf gibt es nicht. Bis in Abu Dhabi das Emirates Palace gebaut wurde, war dieses Hotel das teuerste der Welt.


Zwei Mitreisende erklärten mir, dass dort oben auf dem Helikopterlandeplatz ein Teil von DSDS gedreht wurde. Wollte ich euch nicht vorenthalten. 😉

Danach ging es weiter zu einem Goldhaus, in dem wie – surprise, surprise – Gold kaufen konnten. Willkommen auf der Kaffeefahrt!

Auf dem Weg dorthin erzählte Osama von den vielen verschiedenen Menschen in den Emiraten. 85-90 % hier sind Ausländer. „Ein Cocktail von Menschen“, wie er sagt. Ein bisschen so wie unsere Reisegruppe. Wir sind zwar alle Deutsch bzw. deutschsprachig, aber manche sind kurios. Da ist z. B. dieses Pärchen, das nicht spricht. Sie könnte irgendwas zwischen 19 und 40 Jahre alt sein und erinnert mich an einen Pornostar der 70er. Was mich an ihnen aber wirklich irritiert, ist diese muffelige Verschwiegenheit.

Nach einer sehr langen Fahrt kamen wir zur Dubai Mall. Die kannten wir zwar schon, aber da sie so groß ist, hatten wir noch nicht alles von ihr gesehen. Und außerdem hatte ich bis dato auch noch keine Fotos gemacht.


Um 19 Uhr gönnten wir uns dann das Spektakel der Wasserspiele. So eine schöne Choreographie. Das Wasser tanzt hier zur Musik. Es war wundervoll. Die Wasserspiele werden auch um 18 Uhr und 18:30 Uhr gezeigt, dann allerdings ohne Licht. Direkt daneben befindet sich der Burj Khalifa – auch er stimmt um 19 Uhr ins Lichtspiel mit ein.


Unser letzter Stop brachte uns auf ein Boot, das uns bei einem Abendessen quer durch Dubai schipperte. Jetzt war Dubai wirklich magisch. Alles war erleuchtet, angestrahlt, einfach wunderschön. Vom Leben geküsst, zumindest für den Moment.


Wie der Zufall es wollte, saßen wir übrigens neben dem merkwürdig verschwiegenen Pärchen. Als sie sich an ihren Rücken fasste und reckte und ein anderer an unserem Tisch fragte, ob sie Rückenprobleme habe, fing sie an zu erzählen. Von einem schweren Autounfall, ihren fünf Kindern, einer baldigen Ausbildung, die sie jetzt, mit Ende 20, erst beginnen wird. Ja, ein Cocktail von Menschen. Und jeder mit seiner eigenen Geschichte. In Dubai. In Barcelona. Und auch überall sonst.

Auf heiligem Boden

Fatima, so haben wir mich heute scherzhaft getauft. Denn der Weg trug uns heute spontan in die größte Moschee der Vereinigten Arabischen Emirate, in die Sheikh Zayed Moschee.


Die Moschee stand von Anfang an auf unserer Liste. Und ich freute mich riesig auf den Besuch, ganz besonders auf die Erfahrung der Verhüllung. Klingt vielleicht etwas verrückt, aber ich war wirklich ziemlich gespannt.


Und so sieht es dann aus. Die Verhüllung selbst war unkompliziert. Eine gelangweilte Frau musterte mich, zog das Zelt raus, drückte es mir in die Hand und spielte dann wieder gelangweilt auf ihrem Handy rum. Nachdem man mir die Nagelschere, die Pinzette und den Kosmetikspiegel angenommen hatte, ließ man mich rein. Übrigens, Sicherheitsladies, da war noch ein Multifunktionsnagelknipser in meiner Handtasche.

Eins kann ich euch sagen: Es war warm. Aber irgendwie auch luftig. Der Stoff ist sehr dünn und die Moschee angenehm zugig. Ansonsten fühlte sich die Verhüllung nicht besonders speziell an. Es war, als trage man ein sehr langes Kleid.


Besonders spannend war für mich auch das Barfußlaufen. Ich habe sehr empfindliche Füße und hasse Barfußlaufen wie die Pest. Nur nicht in der Moschee, wie ich jetzt weiß. Jeder Schritt auf dem edlen weißen italienischen Marmor fühlte sich wundervoll an. Die ganze Moschee fühlte sich einfach wundervoll an. Überall fand sich das Marmor, manchmal mit Blumen.


Im Inneren der Moschee liegt ein riesengroßer, wunderbar weicher Teppich. Er misst 7.000 qm und ist damit der größte Teppich der Welt. Iranerinnen haben in binnen 18 Monaten handgeknüpft.


Das Innere der Moschee beeindruckt unglaublich. Der Saal ist riesig, prunkvoll, edel, einladend. Ich fühle mich wohl.


An der Decke hängt ein unglaublich großer Leuchter mit über 1 Million Swarovskisteinen. Er hat einen Durchmesser von 10 Metern und eine Höhe von 15. Wahrscheinlich ist es überflüssig zu erwähnen, dass er – genauso wie der Teppich – im Guinessbuch der Rekorde steht.


Insgesamt war der Besuch der Moschee eine unglaublich tolle Erfahrung. Wundervoll, magisch und begeisternd. Alles ist so einladend und liebevoll gestaltet, so offen, inspirierend und beruhigend. Das ziemliche Gegenteil der katholischen Kirche. Gefällt mir sehr.

Dubai – ohne Glanz und Glamour

Eine viel zu gehypte Stadt, wenn ihr mich fragt. Ich kenne Menschen, die schon mehrfach hier waren, weil sie Dubai so großartig finden. Wenn ich die Stadt beschreiben sollte, fällt mir zuerst „Baustelle“ ein. Und sollte ich die Emirate insgesamt beschreiben, wäre es „Großbaustelle“. Versteht mich nicht falsch, der Urlaub tut gut und ich freue mich über alles Neue, was ich sehe und lerne, aber manche Fakten sind eben auch ernüchternd. Sie nehmen dem Urlaub selbst aber trotzdem keinen Glanz.

Kurz vor dem ersten Anblick des Burj Khalifas bin ich total emotional und muss die Tränen zurückhalten. Für mich sind solche Momente magisch. Momente, in denen man das erste Mal seit langer Zeit wieder das Meer sieht. Oder eben ein weltberühmtes Bauwerk. Das ergreift mich sehr. Falls ihr es noch nicht wusstet: Ich bin ein Sensibelchen. Aber so richtig.

Als ich ihn dann das erste Mal sehe, durch die Fenster der Dubai Mall (der größten Mall der Welt), staune ich Bauklötze. So hoch! Der Liebste hatte sich das Bauwerk irgendwie imposanter vorgestellt. Nun denn. Ein paar Tourifotos und hoch da.

Wenn man oben ist und runterschaut, wirkt alles – oh, Wunder! – wie in einer Miniaturwelt. Aber ob man nun auf dem Düsseldorfer Fernsehturm oder dem Burj Khalifa steht, macht gefühlt irgendwie keinen Unterschied. Man merkt nicht, dass es über 450 Meter in die Tiefe geht. Es könnten auch 150 sein.

Wir blieben lange auf dem Burj Khalifa und haben uns Zeit genommen, um die Aussicht in Ruhe wirken zu lassen. Ich würde euch gerne erzählen, dass es total atemberaubend war, aber toll war eigentlich nur, dass es eins der berühmtesten Gebäude der Welt ist. Wer sich nur eine tolle Aussicht erhofft, wird auch auf einem Freefall Tower ganz gut bedient.

Außerdem habe ich mir die Wüste anders vorgestellt. Viel gelber irgendwie. Aber der richtige Wüstentrip mit Jeepfahrt über die Sanddünen, Kamelritt, Bauchtanz und Abendessen im traditionellen Beduinencamp, der kommt erst noch.

Und vorher sind wir nochmal in Dubai. Diesmal ein geführter Tagestrip namens „Magisches Dubai am Abend“. Ich bin gespannt, hier darf ich Dubai nochmal ein wenig anders erleben.

Übrigens, in der Dubai Mall waren wir natürlich auch etwas länger. Sie besitzt nicht nur 1.200 Geschäfte, sondern auch ein Unterwasseraquarium, das unter anderem einige Haie und Krokodile beherbergt. Durchaus pompös, die Mall. Aber ohne das Aquarium auch nur ein großes Einkaufszentrum. Fast jedenfalls. Ein paar hübsche Details und das Multikulti der Läden verleihen der Mall stellenweise ein magisches Flair. Wir werden nochmal Gelegenheit haben, um durchzuschlendern – 1.200 Geschäfte sieht man ja auch nicht an einem Tag.

Erste Eindrücke & Irritationen

Ein 4-Sterne-Hotel, und ein „Sorry, there ist no Toilet brush for each room.“ Echt jetzt?! (Wirklich, wir haben keine Toilettenbürste…)

Ich Schweinchen esse mein Brot ständig mit der linken Hand. Die ist aber bei den Arabern unrein. Während unsereins eher auf Toilettenpapier schwört, tun es andere auf die linke Hand. Jetzt weiß ich auch, warum die Dame auf der Flughafentoilette eine so merkwürdige Handhaltung hatte, als sie aus der Kabine kam..

Apropos Hand: Völlig unnötig zu erwähnen, dass Liebkosungen körperlicher Art nicht erwünscht sind, denn bei über 40 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit hat man auf eins definitiv keinen Bock: wen anders zu berühren.

Hier ist alles voll mit deutschen Urlaubern. Was ist denn aus Malle geworden?!