Vier Podcast-Empfehlungen

Ich bin eine Leserin. Der Buchtyp. Hörspiele sind mir ein Graus, und Podcasts fielen für mich in dieselbe Kategorie.

Irgendwann gab ich ihnen dann aber doch mal eine Chance. Vier Stück habe ich besonders lieb gewonnen.

Paardiologie

Charlotte Roche – eine Reizfigur. Ich mochte sie nie. Aber die Podcastankündigung für Paardiologie, wo sie mit ihrem Mann über ihre Beziehung spricht, hat mich neugierig gemacht. Inzwischen bin ich ein großer Fan des Podcasts (und mag Charlotte Roche). Ich finde es spannend zu beobachten, wie die beiden miteinander umgehen, wie sie miteinander sprechen, wie sie auf ihre Vergangenheit blicken und was sie gemeinsam alles bewältigt haben – von Alkoholexzessen bis zur Katastrophenhochzeit.

Im Namen der Hose

Braucht es einen (diesen) Sexpodcast? Ja, braucht es, denn die jungen Menschen sind heute erschreckend unaufgeklärt bzw. falsch aufgeklärt. Pornos werden zum Lehrmaterial, Geschlechtskrankheiten werden abgetan und Vorsorgeuntersuchungen werden auf die leichte Schulter genommen. Dieser Podcast klärt auf, und das ist gut und richtig und wichtig. Ich verspreche: Hier kann auch der/die Aufgeklärteste von uns noch was mitnehmen.

Madame Moneypenny

Mal zu was Seriösem: Vermögensaufbau. Natascha Wegelin, die Gründerin von Madame Moneypenny, erklärt Frauen, wie sie ihre Finanzen regeln können. Denn ein Mann ist keine Altersvorsorge. Ihre Erklärungen sind simpel, logisch und für jeden umsetzbar (auch für Männer ;-)). Sie ist außerdem die Gründern von wg-suche.de und widmet sich in ihrem Podcast zusätzlich den Themen Unternehmertum, passive Einkommensquellen, Fokus, Zeitmanagement und Persönlichkeitsentwicklung.

Steingarts Morning Briefing

Politik, Wirtschaft, Gesellschaft – Gabor Steingart informiert nicht nur eloquent über das Weltgeschehen, sondern hat auch immer spannende Gäste, mit denen er über verschiedene Themen spricht.

Und was sind zurzeit eure Lieblingspodcasts?

Ein trauriger Start

2020 beginnt tragisch.

Kurz nach Mitternacht ist das Affenhaus im Krefelder Zoo abgebrannt. Alle Tiere starben.

Dieser Zoo ist der Zoo meiner Kindheit. Ich wohnte quasi nebenan. Unzählige Male war ich dort, das letzte Mal 2019. Und das Affenhaus habe ich besonders geliebt, es war jedesmal mein Höhepunkt.

Es lag etwas abseits des Weges, vorbei an den Pinselohrschweinen, roch speziell und war definitiv nicht mehr das modernste. Aber auf jeden Fall mein liebstes.

Mich macht unendlich traurig, was passiert ist.

…und für so vieles mehr.

Ich wollte mal Danke sagen.

Für dieses Gesundheitssystem, das mir monatlich Medikamente im vierstelligen Bereich finanziert.

Für Medikamente, die endlich wirken und mir ein großes Stück Lebensqualität geben.

Für das Vertrauen der Mitglieder, die mich für das kommende Jahr zur Vorsitzenden eines Vereins gewählt haben.

Für die wunderbare, wunderschöne, großartigste aller Wohnungen, die wir nach einigen Monaten Suche gefunden haben.

Für die vielen Weiterbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die ich dieses Jahr wahrnehmen durfte.

Für die vielen aufgeschlossenen, optimistischen und lustigen Menschen, mit denen ich in diesem Jahr Zeit verbringen durfte.

Für meine Coachees, die mich in ihr Innerstes blicken lassen und vertrauensvoll mit mir an sich arbeiten.

Für eine richtig gute Ärztin, die schon lange das Rentenalter erreicht hat, aber nicht aufhört, weil sonst 2.000 Patientinnen und Patienten auf der Straße säßen.

Für super zufriedene Kunden, die mich begeistert weiterempfehlen.

Für die Liebe, die der Liebste mir jeden Tag entgegenbringt.

Für ein umweltfreundlicheres Denken von Unternehmen und Menschen.

Für Greta und die ganze Fridays-for-Future-Bewegung, die was in Bewegung bringt und sich für uns und unseren Planeten einsetzt.

Für viele gute Bücher und Podcasts.

Für das Interesse der Menschen, die meinen Blog lesen und mir bei Instagram folgen.

Für gute Gespräche, leckeres Essen, liebe Menschen und all die anderen schönen Dinge im Leben.

Danke und Adieu, 2019. Du warst nicht immer großartig, aber am Ende hat jeder Mensch in meinem Umfeld sein ganz persönliches Happy End erhalten. Und das ist zweifellos großartig.

Ein ewiger Rebell

Die Entspannung der Menschen im Einkaufszentrum ist förmlich zu spüren. Die gelöste Stimmung fast zum Greifen nah.

Letzte Woche war das anders. Letzte Woche waren sie alle angespannt. Gestresst, gehetzt, ganz auf ihre IchMussNochs konzentriert.

Die Weihnachtszeit tut vielen Menschen erst dann gut, wenn sie vorbei ist, glaube ich. Mir ist kaum ein erwachsener Mensch bekannt, der Freude an kinderlosen Weihnachten hat. Und trotzdem begehen wir es jedes Jahr.

Man macht das halt so.

So wie man mich früher getauft hat. Das machte man halt so. Schließlich waren die Großeltern getauft. Und die hatten ja ihre Kinder getauft und christlich erzogen. Und natürlich wird diese Tradition weitergegeben. Man macht das halt so.

Ich habe den „Bann“ heute allerdings gebrochen, mich vom „Man macht das halt so“ gelöst. Ich mach das nämlich nicht so. Im Herzen bin ich ein ewiger Rebell. Und Rebellen mag die Kirche ja eh nicht.

Keine Zufälle

Kaum zu glauben, dass in 10 Tagen Weihnachten ist. Oder dass wir jetzt schon seit sechs Wochen in unserer ersten eigenen richtigen Wohnung sind. Kaum zu glauben, dass wir in zwei Monaten bereits unseren 5. Jahrestag feiern.

Es passiert unglaublich viel und dadurch ziehen die Tage an mir vorbei. Tag für Tag für Tag. Die Zeit ist sehr intensiv, sehr vielfältig, sehr bereichernd und fördernd. Aber auch anstrengend.

Erst war es das 3,5-tägige Führungskräftetraining, dann die Wohnungseinrichtigung, die 2-tägige Begleitung eines Landtagsabgeordneten, meine Wahl zur Vorsitzenden eines Vereins, eine Rede in der IHK-Vollversammlung, zwei Ehrenämter, mein Korrekturgewerbe, verschiedene Workshops, die ich gegeben habe, das Arbeiten am eigenen Unternehmen, die Umstellung meiner Medikamententherapie und der sonstige ganz normale alltägliche Wahnsinn.

Auch jetzt, wo es aufs neue Jahr zugeht, gibt es keinen Cooldown. Meine Agenda ist voll, denn das nächste Jahr wird ganz bestimmt eins meiner besten. Weil ich es dazu mache, das überlasse ich nicht dem Zufall.

Homebase

Morgen früh, wenn sich die Sonne über den kleinen Berggipfel kämpft, werde ich meine letzten Sachen packen und aufbrechen. Einerseits zwar nur zu einer mehrtägigen Fortbildung, andererseits aber geradewegs in einen neuen Lebensabschnitt.

Das Haus, das ich morgen früh verlasse, wird nicht mehr mein Zuhause sein, wenn ich mich Sonntagabend auf den Heimweg mache. Es ist dann meine letzte Wohnadresse.

Heim komme ich in einen mir noch fremden Ort, der ab sofort mein Zuhause sein soll. Samstag zieht mein Hab und Gut ein, Sonntag folge ich.

Eigentlich bleibt keine Zeit für einen Umzug. Ein Termin jagt den nächsten, das Unternehmen läuft zunehmend an, mein ehrenamtliches Vorsitzendenjahr steht in den Startlöchern und bringt bereits zahlreiche Verpflichtungen mit sich. Und dann sind da ja auch noch der feste Job, mein eigenes Gewerbe und ein weiteres Ehrenamt.

Eigentlich ist wirklich so gar keine Zeit für einen Umzug. Aber wo ein Wille, da ein Weg. Deshalb ist es irgendwie gelungen, alles nebenbei zu organisieren. Tatsächlich ist sogar alles wirklich gut durchgeplant. Das wird aber leider nichts daran ändern, dass der Einzug letztlich nur nebenbei läuft. Dass die Kisten in einer Stunde zwischen den Terminen ausgeräumt werden, dass man kurz vor knapp ins Möbelhaus fährt, weil viele Dinge bewusst erst später eingekauft werden sollen. Und dass vieles liegen bleiben wird, weil es nicht anders geht.

Morgen verlasse ich mein Zuhause. Mit der festen Hoffnung und dem unbedingten Willen, an Weihnachten wieder ein Zuhause zu haben. Einen Ort, der mir Kraft gibt und an dem ich mich erholen kann. Einen Ort, den ich unbedingt würdigen und wertschätzen möchte. Denn er ist unsere Wahl für einen neuen Lebensabschnitt. Unsere gewollte Veränderung, unser Schritt nach vorne. Unsere Homebase für die nächsten Jahre.